Helmut Völkle (rechts) wurde 2009 Ehrenbürger von Waldbronn.
Helmut Völkle (rechts) wurde 2009 Ehrenbürger von Waldbronn. | Foto: Archiv:Za

Trauer um Helmut Völkle

Waldbronns Ehrenbürger ist tot

Nach kurzer schwerer Krankheit gestorben ist Waldbronns Ehrenbürger Helmut Völkle. Er wurde 79 Jahre alt. Vökle war das, was man ein kommunalpolitisches Urgestein nennt. Regional wie lokal   war er bis zuletzt  aktiv und engagiert. Schlaglichtartig erwähnt sei, dass er von 1975 und damit kurz nach Bildung der neuen Gemeinde Waldbronn, bis 2009 im Gemeinderat saß, außerdem 20 jahre lang im Kreistag. Der gebürtige Reichenbacher, dem stets der Ausgleich zwischen den Waldbronner Ortsteilen am Herzen lag, war 30 Jahre lang als ehrenamticher Bügermeisterstellvertreter in der Gemeinde unterwegs. Eine Zeitlang leitete er die Kurverwaltung und zuvor in den 1980er Jahren war er Mitglied im Beirat der Kurverwaltung.

Ein Mann der Vereine

Zahlreichen Vereinen galt das Augenmerk des Christdemokraten: So unter anderem den Heimatstuben, der Kolpingfamilie, wo er sich jahrelang als Schriftführer und als Beisitzer engagierte. Zudem ging die Gründung des Clubs der Monmouth-Freunde – Momouth ist die walisische Partnergemeinde von Waldbonn – auf seine Initiative zurück. Bis 2015 leitete er die Geschicke des Clubs. Zigmal reiste Helmut Völkle in die Partnerstadt oder empfing Gäste von dort – er nahm das Thema Europa und Völkerverständigung ernst. Erst jüngst würdigte die Rheuma–Liga Waldbronn Helmut Völkles großes soziales Engagement mit der goldenen Ehrennadel. 2010 erhielt der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende, der bei Kommunalwahlen stets hervorragende Ergebnis für seine Partei einfuhr, das Bundesverdienstkreuz aus der Hand von Landrat Christoph Schnaudigel.

Höchste kommunale Auszeichnung

Ein Jahr zuvor, als er aus dem Gemeinderat ausschied, verlieh die Gemeinde Waldbronn „ihrem“ Helmut Völkle die höchste kommunale  Auszeichnung: die Ehrenbürgerwürde. Bürgermeister Franz Masino bezeichnete den Geehrten damals als einen Mann, auf den man sich „dreieinhalb Jahrzehnte lang“ in Waldbronn verlassen konnte; ein Mann mit den Tugenden „pünktlich, zuverlässig, aufrichtig“ und bei allem, was er getan habe, „am Wohl der Gemeinde orientiert“. Helmut Völkle erlebte im Laufe seines politischen Lebens fünf(!) Bürgermeister – von Alfred Ohl über Albrecht Glaser zu Martin Altenbach, Harald Ehrler und jetzt Franz Masino. Als „Mann des Ausgleichs“, der er war, kam er mit allen Genannten zurecht – unabhängig von deren jeweiligem Parteibuch. Völkles Vermächtnis beim Ausscheiden aus dem Rat 2009, das er in den BNN formulierte, ist unverändert aktuell: „Der Rat soll sich interessensunabhängig um die Belange der Bürger kümmern“. Nicht mehr und nicht weniger.
Das Requiem für Helmut Völkle mit anschließender Aussegnung ist am Donnerstag, 21. Juli,  um 16 Uhr in der Kirche St. Wendelin in Reichenbach.