FC Frankonia
Das Vereinsgelände des FC Frankonia wird zur Baustelle. | Foto: Maue

Sportgelände ist Baustelle

Wartungsstopp bremst auch Rastatter Frankonia

Noch herrscht zwar Punktspielpause – doch der FC Frankonia Rastatt stellt sich darauf ein, nach dem Abstieg aus der Kreisliga A, in der kommenden Saison auf einer Baustelle seine Partien als B-Kreisligist zu bestreiten. Der Grund: Im Zuge der Bauarbeiten für den Rastatter Tunnel errichtet die Deutsche Bahn derzeit auf dem Frankoniagelände einen Wartungsstopp für die Tunnelvortriebsmaschinen, so dass Frankonia nur den Nebenplatz für ihre Spiele nutzen kann.
Wie Michael Breßmer, Sprecher des Tunnelbauprojektes, erklärt, werde auf dem Gelände für beide Tunnelvortriebsmaschinen ein massiver, 16 Meter hoher und 16 Meter breiter Betonblock hergestellt, in dem die Wartungsarbeiten vonstatten gehen können.
Bei den Wartungsarbeiten sollen vor allem abgenutzte Werkzeuge ausgetauscht werden.

Bahn: Konstruktive Verhandlungen

Auf dem Sportgelände des FC Frankonia prägen derzeit zwei große Baumaschinen die Szenerie. „Dabei handelt es sich um einen Schlitzwandgreifer, mit dem die Schlitzwände für den Betonblock hergestellt werden sowie um ein Hebegerät“, wie Breßmer erklärt. Damit soll das Erdreich aus dem Boden geholt werden, um den Betonblock anfertigen zu können.
Nach Mitteilung von Breßmer soll der Bau des ersten Betonblocks Anfang Juli beginnen, Ende August sei damit zu rechnen, dass beide Betonblöcke vollendet sind „Nach den derzeitigen Terminplanungen gehen wir davon aus, dass die erste Tunnelvortriebsmaschine im Januar 2017 den ersten Block erreichen wird“, sagt Breßmer. Die zweite Maschine solle den Block dann voraussichtlich im Juni nächsten Jahres erreichen. Wie Breßmer betont, seien die Verhandlungen mit der Stadt und dem FC Frankonia sehr konstruktiv verlaufen. Voraussichtlich im Frühjahr 2017 könne der Verein den Spielbetrieb auf seinem angestammten Gelände wieder aufnehmen.

Unzufriedenheit im Verein

Derweil beklagt Martin Geuß, Vorsitzender des FC Frankonia, die mangelnde Kommunikation mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn und auch einige Verzögerungen bei dem Projekt. „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass die Arbeiten bereits in diesem Jahr abgeschlossen werden“, sagt Geuß und verweist deshalb auf eine große Unzufriedenheit im Verein. Es seien weniger Einnahmen aus der Bandenwerbung zu erzielen und auch die Suche nach neuen Spielern gestalte sich nicht gerade einfacher, wenn sie erfahren, dass sie auf einer Baustelle spielen sollen.
Immerhin aber sei mit der Bahn eine Entschädigung vereinbart worden für jeden Monat, in dem der Sportplatz nicht nutzbar ist.
Geuß glaubt, dass auch im kommenden Jahr noch kein Spielbetrieb auf dem Hauptplatz möglich sein wird, da der Rasenplatz komplett erneuert werden müsse – wobei die Entschädigung dafür kaum ausreiche.
So gelte es also, in der Kreisliga B zu improvisieren und zumindest einen Teil des Hauptplatzes noch für Trainingszwecke zu nutzen. „Wir wollen uns nach dem Abstieg erst wieder konsolidieren“, nennt Geuß die sportliche Zielsetzung – so dass die Gedanken an den Wiederaufstieg zunächst einmal zurückgestellt werden.