U-Strab
Abgesperrt ist die Fritz-Erler-Straße, nachdem dort in elf Meter Tiefe Wasser in die U-Station-Schachtel "Kronenplatz" eindrang. | Foto: jodo

Gefahr beim Aushub

Wassereinbruch in Karlsruher U-Strab-Grube

Ein Wassereinbruch in die Bauhöhle für die U-Strab-Station „Kronenplatz“ hat gestern Mittag in der Stadt für Unruhe gesorgt. Rund 25 Liter Grundwasser drückten in jeder Sekunde durch die Schlitzwand in der Südwestecke der künftigen Station der U-Strab  rund elf Meter unter der Fritz-Erler-Straße.

Abgepumpt wird das Wasser, das in deer Rohbauschachtel für die U-Station "Kronenplatz" durch die Wand drückt.
Abgepumpt wird das Wasser, das in deer Rohbauschachtel für die U-Station „Kronenplatz“ durch die Wand drückt. | Foto: jodo

Dies bedeutet, dass  der Autoverkehr zwischen Schlossplatztunnel und Mendelssohnplatz unterbrochen ist. Schnell haben sich Staus gebildet. Außerdem ist  die Straßenbahnstrecke durch die Fritz-Erler-Straße beim Abzweig von der Kaiserstraße  am  Berliner Platz gesperrt.“

Gegenmaßnahmen zur Abdichtung der U-Strab

„Umgehend wurden Gegenmaßnahmen eingeleitet“, betonte Kasig-Chef Uwe Konrath. Das nachfließende Wasser wurde mit Pumpen bekämpft und gleichzeitig die undichte Stelle mit Kunstharz unter Hochdruck versiegelt. Polizeiautos standen auf der Kreuzung von Kaiserstraße und Fritz-Erler-Straße. Barrikaden versperrten die Gleise. Die Autos stauten sich schnell bis in den Schlossplatztunnel und zum Mendelssohnplatz. Zwei Stunden später wurden sie zumindest größtenteils wieder freigegeben. Vorerst nicht möglich ist lediglich das Abbiegen der Bahnen von der City in die Fritz-Erler-Straße und umgekehrt. Die S 1/S 11 muss deshalb auf die Karlstraße ausweichen. Für die Autofahrer ist lediglich auf der Fahrt von der Schlossplatzunterführung über die Waldhornstraße nach Süden an der Kreuzung Schluss.

Es ist das passiert, was…

Die Behinderungen können laut Konrath erst aufgehoben werden, wenn zwei Dinge geklärt sind: Erstens müsse man den Schlitz in der Schlitzwand wieder komplett dicht bekommen. Und zweitens müsse durch die begonnenen Messungen und Kernbohrungen von oben klar sein, dass sich durch den Wassereinbruch nicht das Erdreich mit Auswirkungen bis an die Oberfläche setze. „Es ist das passiert, was trotz des sehr hohen Standards der Sicherheitsvorkehrungen nicht völlig auszuschließen ist“, erklärte Konrath am Kronenplatz. Dabei habe das Meldesystem sofort angeschlagen, und man habe umgehend reagieren können. Folglich ergab sich laut Konrath „keine Gefährdung für die Bevölkerung“.

Probleme beim Aushub

Der Aushub der Erdmassen, bei dem gestern Mittag das Leck auftrat, ist unter dem Berliner Platz wie bereits seit zwei Monaten unter dem Europaplatz wegen Problemen mit Dichtigkeit und Stabilität vorerst eingestellt. Die 150 Meter lange U-Station unter dem Berliner Platz ist auf voller Länge ausgehoben, allerdings nur bis etwa elf Meter unter der Straßenkante. Rund vier Meter bis zur Endtiefe der Sohle für die Bodenplatte fehlen noch. Auch ist dort bereits „Giulias“ Röhre für die Bahnsteighalle demoliert. Als die Arbeiter von BeMO Tunnelling gestern Morgen tiefer gruben, kam ihnen das Wasser durch die provisorische Schlitzwand entgegen.

Säcke und Erdwall zum Abdichten

Sofort habe man Säcke und einen zwei Meter hohen Erdwall an der Schadstelle aufgehäuft, um den Druck gegen das hereindrückende Wasser zu erhöhen, erläutert Konrath. Mit einer Tauchpumpe beförderte man das eingedrungene Wasser aus der U-Strab-Höhle. „Wir verpressen Kunstharz durch Bohrungen in der Schlitzwand, „mit diesem gängigen Verfahren können Undichtigkeiten dieser Größenordnung verschlossen werden“, erklärt Kasig-Vizechef Frank Nenninger unter Tage an der Schadstelle. Allerdings floss trotz dieser Maßnahmen auch noch gegen 14 Uhr Wasser im Tunnel und bildete einen kleinen See.