Nachdem ein Bagger ein Wasserrohr in der Baden-Badener Luisenstraße beschädigt hatte, schießt eine riesige Wasserfontäne in die Luft.
Nachdem ein Bagger ein Wasserrohr in der Baden-Badener Luisenstraße beschädigt hatte, schießt eine riesige Wasserfontäne in die Luft. | Foto: Kappler

Bagger beschädigt Wasserrohr

Wasserfontäne schießt Steine durch die Luft

Erst kommen mehrere Hammerschläge aufeinander und dann gab es  kurz vor 14 Uhr einen lauten Knall und eine haushohe Wasserfontäne reckte sich ausgangs der Baden-Badener Wilhelmstraße in der Luisenstraße majestätisch zischend in den Himmel. Der Baggerfahrer versuchte nach einer Schrecksekunde zu retten, was zu retten ist und drückt die Schaufel des Minibaggers auf die leckgeschlagene Hauptwasserleitung. Dadurch verändert sich die Richtung des Wasserstrahles in Richtung eines Parkplatzes, der an die Luisenstraße angrenzt.

Das austretende Wasser schießt auf die Straße und behindert den Verkehr.
Das austretende Wasser schießt auf die Straße und behindert den Verkehr. | Foto: Kappler

„Wer ist hier verantwortlich?“, schreit ein braun gebrannter Mann den bereits völlig durchnässten Bauarbeitern der Firma Schnell entgegen und versucht sich durch den Lärm, den die rauschende Wasserfontäne verursacht, zu verständigen. Sein Auto ist an mehreren Stellen beschädigt. Unterdessen fliegen unentwegt weiter kleine bis faustgroße Steine kreuz und quer durch die Kraft des Wassers durch die Luft. Die aufgescheuchten Fahrzeugbesitzer eilen zum Parkplatz und rangieren hektisch ihre Autos durch die Wassermassen. Übrig bleibt ein schwarzes Caprio, dessen Besitzer wohl große Augen machen dürfte, denn die Seitenscheibe ist eingeschlagen und im Wagen liegen Steine und es steht Wasser im Bodenraum. Die Busse der BBL müssen derweil einen Umweg über die Kaiserallee und Inselstraße nehmen.
Gut eine viertel Stunde schießt das Wasser wild durch die Gegend und befördert fleißig Kies und Steine unter der Fahrdecke der Luisenstraße in die Fontäne. Der Baggerfahrer versucht hektisch und durchnässt mit einem großen Schlüssel den Hahn abzustellen – vergebens. Erst die Mitarbeiter der Stadtwerke schaffen es mit zwei großen Schlüsseln den Wasserstrom erheblich zu reduzieren. Dann wird der eigentliche Schaden sichtbar. „Elf bar Betriebsdruck auf dieser Hauptleitung ist schon ein Wort. Der Hydrant wurde abgerissen mitsamt dem Anschluss-Stück“, lautet die Diagnose. Jetzt beginnt die Buddelei, denn erst muss die teilweise unterspülte Fahrbahndecke der Luisenstraße abgesprießt und an der Hauptleitung ein neuer Anschluss geschaffen werden. Bis dahin sitzen die Anwohner der Wilhelmstraße auf dem Trockenen. Nach Angaben der Stadtwerke waren etwa 20 bis 30 Häuser bis zur Reparatur des Schadens betroffen.

Nach dem Wasserrohrbruch beginnen die Reparaturarbeiten. In den umliegenden Häusern war das Wasser mehrere Stunden lang abgestellt.
Nach dem Wasserrohrbruch beginnen die Reparaturarbeiten. In den umliegenden Häusern war das Wasser mehrere Stunden lang abgestellt. | Foto: Kappler

Gleichzeitig ist mit den Aufräum- und Säuberungsarbeiten rund um die Havarie begonnen worden. Durch den Zwischenfall dürften sich die seit Wochen zwischen Inselstraße und Wilhelmstraße stattfindenden Arbeiten an der Wasserleitung verzögern.