Umstritten sind die Pläne für den Polder Elisabetenwört bei Philippsburg und Dettenheim.
Umstritten sind die Pläne für den Polder Elisabetenwört bei Philippsburg und Dettenheim. | Foto: Schmidhuber

Dettenheim: Ungeliebter Polder

Widerstand am Rhein

Von Christel Manzey und Klaus Müller

Hochwasserschutz ist ein Thema, das die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigt. Wie sehr, zeigte sich auch bei der Gründung der Bürgerinitiative „Rußheimer Altrhein“, die sich den Kampf gegen den geplanten Rückhalteraum Elisabethenwört auf der Gemarkung Dettenheim auf die Fahnen geschrieben hat. Karl-Heinz Schmidt, Sonja Seiser und Helmut Hartig wollen die Dinge nun selbst in die Hand nehmen. Sie fühlten sich auf der Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasserschutz und Rückhalteräume, die im April in Philippsburg stattgefunden hatte, absolut nicht ernst genommen, die Bedenken der Bürger seien einfach abgetan worden.

Wir werden nicht ernst genommen

Seinerzeit hatte das Regierungspräsidium über die Polderpläne informiert. Nicht nur die Menschen aus Dettenheim waren danach verärgert nach Hause gegangen. Bei der Veranstaltung gab es zahlreiche Unmutsäußerungen, Leserzuschriften folgten. Tenor: Der Bürger wird nicht gehört, die Verwaltung macht eh, was sie will.

Variantenbeschluss Ende 2017

Worum geht es? Zum Ausbau des Hochwasserschutzes im nördlichen Landkreis Karlsruhe ist in Philippsburg/Dettenheim der Bau eines Hochwasserrückhalteraums, eines Polders, geplant. Dieses Gebiet – Elisabethenwört – wird bei Hochwasser gezielt geflutet, um die Hochwasserspitzen abzufangen.
Für das vorliegende Gebiet werden derzeit verschiedene Bauvarianten diskutiert: Die sogenannte „Kleine Variante“ würde den Altrhein aus dem Poldergebiet ausklammern und somit die einzigartige Biodiversität in diesem Gebiet unangetastet lassen. Die „Große Variante“ würde hingegen den Altrhein direkt mit dem Rhein verbinden, der zu bauende Damm würde unmittelbar an die Neubaugebiete Nordwest I und II heranreichen, was zu nicht unerheblichen Schäden an den Gebäuden führen könnte. Daneben wird auch noch eine „Mittlere Variante“ diskutiert, ebenso die Frage, ob es einen gesteuerten Polder (mit Pumpwerk) oder einen ungesteuerten geben soll. Der Bau wird wohl nicht vor zehn Jahren beginnen, die Entscheidung für eine der Varianten sei jedoch am Ende 2017 fällig.

Auch die Bauern sind kritisch

Zu den Bedenken der Bürger in Philippsburg und Dettenheim kommt auch die Kritik der Bauern. Auf der Rheininsel Elisabethenwörth werden rund 130 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Käme der Überflutungsraum, dürfte der allergrößte Teile davon nicht mehr für die Bauern nutzbar sein. Sie wollen deshalb einen fairen Ausgleich, wenn es soweit käme. Das geht nur über entsprechende Flächenzuweisungen oder eine Entschädigung.