Hat sich etabliert: Beim Karlsruher Weihnachtscircus heißt es  wieder "Manege frei". Er gastiert vom 22. Dezember 2016  bis 8. Januar 2017 auf dem Messplatz an der Durlacher Allee.
Hat sich etabliert: Beim Karlsruher Weihnachtscircus heißt es wieder "Manege frei". Er gastiert vom 22. Dezember 2016 bis 8. Januar 2017 auf dem Messplatz an der Durlacher Allee. | Foto: Andrea Fabry (Archiv)

Karlsruher Weihnachtscircus

„Wir fühlen uns hier sehr heimisch“

Der Zirkus ist die Welt von Monika Sperlich

 

Der Zirkus ist ihre Welt: Monika Sperlich ist in einer Zirkusfamilie aufgewachsen, stand selbst schon mit mehreren Nummern in der Manege und führt inzwischen beim Karlsruher Weihnachtscircus Regie. Mit ihr sprach BNN-Redakteur Bernd Kamleitner.

Für den Weihnachtscircus ist es das achte Gastspiel. Für Sie bedeutet das, dass Sie wiederum Weihnachten und den Jahreswechsel in Karlsruhe verbringen. Wie heimisch fühlen Sie sich hier?

Sperlich: Wir fühlen uns schon sehr heimisch. Auch wenn wir nur an Karlsruhe vorbeifahren denken wir daran. An Weihnachten und Silvester fühlen wir uns in Karlsruhe sogar schon ein bisschen mehr heimisch als Zuhause. (lacht).

Was schätzen Sie an der Stadt?

Sperlich: Das Karlsruher Schloss finde ich traumhaft. Auf der dortigen Eisbahn gehe ich öfter Schlittschuh laufen. Auch der Karlsruher Weihnachtsmarkt gefällt mir sehr gut. Vor ein paar Tagen waren wir da mit der ganzen Mannschaft.

Das Karlsruher Schloss soll Bestandteil einer Nummer in der Manege sein …

Sperlich: Das ist unsere Überraschung in diesem Programm. Wir haben einen Sandmaler, den man so im Zirkus eigentlich noch nie gesehen hat. Ein Motiv wird das Karlsruher Schloss sein. Was er in den Sand malt, wird live auf Leinwände projiziert, damit es die Zuschauer gut sehen können.

Das Programm ist in dieser Zusammenstellung so nur in Karlsruhe zu sehen. Wie werden Sie denn auf die Artisten aufmerksam?

Sperlich: Es gibt Zirkusfestivals, die wir besuchen. Eines der bekanntesten ist in Monte Carlo mit der höchsten Auszeichnung, die es in der Zirkuswelt gibt. Da kommen die Besten der Besten hin. Wir nehmen dann vor Ort Kontakt mit den Künstlern auf, die wir gerne verpflichten würden.

Was macht in Ihren Augen eine besondere gute Zirkusnummer aus?

Sperlich: Sie muss Sympathie mitbringen. Es ist nicht nur der dreifache Salto, der stimmen muss, sondern das Gesamtbild macht die Nummer aus, also auch Kostüm und Musik. Beim Weihnachtscircus verpacken wir das mit Live-Musik und Gesang, damit die tolle Nummer noch spektakulärer wird.

Sie stammen selbst aus einer Zirkusfamilie. Haben sie persönliche Favoriten?

Sperlich: In diesem Jahr sind wir ganz stolz, dass wir die Truppe Filinov mit der doppelten Russischen Schaukel und atemberaubenden Sprüngen präsentieren können. Darauf haben wir acht Jahre gewartet. Ich habe jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass die bei uns auftreten.

Der Zirkus ist ihre Welt: Monika Sperlich ist ein Zirkuskind. Beim Karlsruher Weihnachtscircus führt sie Regie.
Der Zirkus ist ihre Welt: Monika Sperlich ist ein Zirkuskind. Beim Karlsruher Weihnachtscircus führt sie Regie. | Foto: Tanja Mori Monteiro

Fiebern Sie als Regisseurin in jeder Vorstellung bei den Nummern mit?

Sperlich: Natürlich. Ich bin selbst Artistin und weiß, wie schwer das mit Kunststücken ist, die live in der Manege gezeigt werden. Wenn dann das Zelt voll ist, hat man noch mehr Nervenkitzel, bei der Premiere sowieso. Ich fiebere stets mit allen Darbietungen mit – und davon gibt es in jeder Vorstellung elf.

Kribbelt es manchmal beim Zuschauen und Sie hätten Lust, wieder selbst aufzutreten?

Sperlich: Seit zwei Jahren war ich als Artistin nicht mehr in der Manege, sondern nur noch als Moderatorin. Es kribbelt aber schon und ich möchte auch wieder was Neues machen. Ich würde gerne mal in die Luft gehen. Mal sehen, vielleicht klappt es in den nächsten Jahren. Dafür ist hartes Training von zwei bis drei Stunden täglich erforderlich. In der Vergangenheit bin ich mit Seelöwen, als Hula-Hoop-Artistin und auf dem Drahtseil aufgetreten. Die Hula-Hoop-Nummer habe ich von meiner Mutter gelernt, das Drahtseillaufen von meinem Vater.

Wie wichtig ist der Clown für den Zirkus?

Sperlich: Sehr wichtig! Es gibt spektakuläre Nummern und viel Nervenkitzel im Zirkus, aber das wahre Komikfeeling kommt mit den Clowns: Man kann lachen und hat Spaß.

Immer mehr Menschen äußern sich dagegen kritisch zum Auftritt von Wildtieren wie Elefanten oder Raubtieren im Zirkus. Wie stehen Sie dazu?

Sperlich: Ich bin ein Zirkuskind und liebe die Tiere im Zirkus wie den Clown. Schwarze Schafe bei der Haltung von Tieren gibt es nicht nur im Zirkus. Wir achten aber schon bei der Auswahl von Tiernummern darauf, wie die Tiere gehalten werden und schauen uns das vor einer Verpflichtung genau an. Vor Ort kontrolliert das auch der Amtstierarzt.

Leidenschaftliche Spaßmacher: Die Jose-Michel-Clowns gastieren beim Karlsruher Weihnachtscircus
Leidenschaftliche Spaßmacher: Die Jose-Michel-Clowns gastieren beim Karlsruher Weihnachtscircus. Foto: Weihnachtscircus | Foto: Karlsruher Weihnachtscircus

Beim Weihnachtscircus steht natürlich das Programm in der Manege im Mittelpunkt. Aber auch drumherum und im Vorzelt glitzert und leuchtet es …

Sperlich: Es heißt ja Weihnachtscircus. Deshalb legen wir sehr großen Wert darauf und versuchen, so viel Weihnachtszauber wie möglich auch in die Show zu bringen. Lichterketten, Weihnachtsbäume und – kugeln und vieles mehr im Foyerzelt gehören auch dazu.

In Vereinen und an Schulen gibt es Mitmachzirkusse für Kinder. Beobachten Sie solche Angebote?

Sperlich: Ich finde das wirklich toll – nicht nur aus der Sicht des Zirkusunternehmens. Ich habe schon viele solcher Darbietungen gesehen. Die Kinder sind begeistert dabei. Da sieht man, dass Kinder sich am Zirkus erfreuen und ihn auch wollen.

Der Weihnachtscircus will ein Programm für die ganze Familie bieten. Gibt es Unterschiede in der Publikumsresonanz zwischen einer Nachmittagsvorstellung mit vielen Kindern und der Show am Abend mit vorwiegend Erwachsenen?

Sperlich: Die gibt es, besonders bei den Clowns oder bei Tiernummern. Die Erwachsenen sehen mehr die Kunst und die Kinder freuen sich schon riesig, wenn zwei Ponys in die Manege laufen. Dann würden sie am liebsten hinlaufen und die Tiere streicheln.

Manege frei Der Weihnachtscircus gastiert vom 22. Dezember bis 8. Januar auf dem Messplatz an der Durlacher Allee (spielfrei am 24. Dezember und am 1. Januar). Karten gibt es unter Telefon +49 (7942) 7831622 und täglich ab 10 Uhr an der Zirkuskasse auf dem Messplatz sowie unter www.karlsruher-weihnachtscircus.de