Wildpark - durch Stadionneubau ersetzt?
So sieht das Stadion derzeit von innen aus. | Foto: jodo

Stadträte erhöhen Druck auf OB

Zeit verrinnt bei neuem Wildparkstadion

Der bereits erhebliche Zeitdruck, unter dem das Projekt Neubau Wildparkstadion steht, hat sich noch einmal deutlich verschärft. Die Wildparkkommission des Gemeinderates, in dem die Fraktionen ihrer Stärke nach vertreten sind, hat gestern Abend den Stand der Vertragsverhandlungen durch Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) zur Kenntnis genommen, seinerseits aber klare Forderungen gestellt.
Offenbar gestalten sich die juristischen Vertragsverhandlungen schwierig, obwohl die allermeisten Konfliktpunkte zwischen Verwaltung und KSC entlang der Vereinbarungen der Mediation wohl abgeräumt sind. „Man will von mir nachgewiesen haben, ob wir noch im Rahmen der Gemeinderatsbeschlüsse liegen“, sagte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) nach der Sitzung gegenüber den BNN. Und es gibt offenbar ein klares Bekenntnis des Gemeinderates, an der Fristsetzung Ende Oktober festzuhalten.

Schwierige Verträge wegen Wildparkstadion

Danach sehe der Gemeinderat keine Chance mehr für das Projekt, gab der OB die Diskussion wieder. Frank Mentrup selbst hatte vor drei Wochen mit der Einschätzung, wenn bis Ende Oktober die Verträge nicht unterschriftsreif seien, er keine politische Mehrheit mehr für ein neues Stadion sehe, für erhebliches Aufsehen gesorgt. Nun soll der Oberbürgermeister, so die Wildparkkommission, am 25. Oktober bei der Gemeinderatssitzung , eine klare Einschätzung abgeben, wie der Stand der Dinge ist und wie schnell es zur Unterschrift unter die Verträge kommen kann. Der OB über die Stadträte: „Sie verlangen eine klare Ansage: Bis Ende Oktober sollen die Verträge unterschriftsreif sein.“ Ein Kritikpunkt des Gemeinderates ist offenbar, wie man die Frage der Grundsteuer mit dem Verein geregelt hat.
Gegenüber den BNN verbirgt der OB seine Skepsis nicht, ob diese stringente Terminsetzung wirklich zu halten ist. Offenbar hat die Wildparkkommission eine gewisse zeitliche Flexibilität des OB in den November hinein jenseits mutmaßlich bereits vereinbarter Notartermine nicht goutiert.
Laut Mentrup sind erst rund 20 Prozent der Vertragsunterlagen ausführlich besprochen. „Die zur Mediation angemeldeten Punkte sind im Grunde zur Zufriedenheit geklärt worden, doch das muss nun in Vertragstexte überführt werden.“ Dies ist kompliziert, dies hängt auch immer mit dem entsprechenden Agieren der beteiligten Anwälte zusammen, wie zu hören ist.

Fünf Verträge für neuen Wildpark

Insgesamt müssen Stadt und KSC fünf Verträge unterschreiben. Dies sind der Pacht- und Betreibervertrag, der Kauf- und Erbbauvertrag, der Mietvertrag über die Freiflächen, der Entwicklungsvertrag (er regelt die Zusammenarbeit der Parteien während des Vergabeverfahrens, der Planungs- und Bauphase) und der Interimsvertrag während der Bauzeit. Laut OB lagen der Stadt die vom KSC überarbeiteten Vertragsentwürfe erst am 30. September vor, seither brüten die Fachleute und Rechtsanwälte darüber. Die Einschätzung des OB über die fünf Verträge sieht so aus: Der Pachtvertrag sei relativ klar, der Entwicklungsvertrag sei der schwierigste in der Umsetzung.
Für das Stadion entstehen Gesamtkosten von 113 Millionen Euro. 28 Millionen sind der Beitrag der Stadt für die Infrastrukturmaßnahmen. Das eigentliche Stadion soll 72,9 Millionen Euro kosten, für das Parkhaus sind 12,4 Millionen veranschlagt. Nach einem komplexen Pachtmodell soll der Verein den größten Teil der Kosten abzahlen.