Neugestaltung: Der Leopoldsplatz in Baden-Baden steht vor einer umfassenden Sanierung und Neugestaltung. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Jahre.
Neugestaltung: Der Leopoldsplatz in Baden-Baden steht vor einer umfassenden Sanierung und Neugestaltung. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Jahre. | Foto: Rudolphi

Leopoldsplatz Baden-Baden

Countdown für die Sanierung läuft

Die Sanierung des Leopoldsplatzes in Baden-Baden beginnt planmäßig am 19. September. „Der Countdown läuft“, sagte Bürgermeister Werner Hirth bei der Vorstellung des Zeitplans für die umfassende Neugestaltung des zentralen Platzes in der Innenstadt. Die Testphase für die Betonplatten auf dem Gelände der Baden-Baden-Linie (BBL) sei erfolgreich gewesen, inzwischen liefen die Ausschreibungen für die Vergabe der anstehenden Arbeiten.
„Ein kleiner Platz mit großer Tiefenwirkung“, skizzierte Hirth das Vorhaben. Die vorgesehene Bauzeit von rund zwei Jahren sei erforderlich, da es nicht nur um die Neugestaltung der Oberfläche, sondern auch um die Neuorganisation der Infrastruktur im Untergrund gehe. Der „Leo“ erhält ein schachbrettartiges Muster aus Betonplatten. Zudem entsteht unter dem Platz ein zentraler begehbarer Kanal, in dem künftig sämtliche Leitungen wie etwa für Abwasser, Strom und Gas gebündelt sind. Die Stadt sei bemüht, im Interesse der Bürger und der Einzelhändler die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten. „Das wird eine große Herausforderung, aber ich bin sicher, dass wir das packen“, bekräftigte der Bürgermeister.
Die Bauarbeiten sind in drei Abschnitte aufgeteilt. Nach Auskunft von Rudolf Schübert, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen, geht es in der ersten Phase von September bis etwa Mai 2017 darum, den neuen Infrastrukturkanal zu bauen und den Deckel des Rotenbachkanals zu kappen, um dadurch genug Höhe für die Oberflächengestaltung zu gewinnen. In diesem Abschnitt verläuft der Busverkehr über die nördliche Hälfte der Sophienstraße und des Leoopldsplatzes.
Im zweiten Bauabschnitt bis Januar 2108 fahren die Busse über die südliche Hälfte. In dieser Zeit erstreckt sich die Baustelle bis in die Luisenstraße hinein, weil die Stadt dort zudem die Aspahltdecke erneuert. Zeitgleich beginnt die beauftragte Firma damit, Teile der Betonoberfläche einzubauen. Im dritten Abschnitt verkehren die Busse wieder auf der Nordhälfte, um die Platzoberfläche fertigstellen zu können. Schübert geht davon aus, dass die Sanierung bis Frühsommer 2018 dauern wird.
Die Arbeiten in der zweiten Septemberhälfte beginnen zunächst mit dem Abbau des Kiosks, wie Michael Mühlen, Leiter des städtischen Fachgebiets Tiefbau, erläuterte. Als Ersatz gibt es einen Container aus der Fieserbrücke. Zudem erhält die große Treppe am „Leo“ ein Podest. Ab Sonntag, 25. September, fahren die Busse der Tallinie dann durch die Kaiserallee. Tags darauf müssen die „Lichtblume“ sowie die Stahlkonstruktion und die Pergola am Rand des Platzes weichen. Zudem müssen auf dem „Leo“ vier Bäume und am südlichen Eingang der Sophienstraße acht Kastanien fallen, damit die Baufirma den rund 4,50 Meter tiefen Schacht für den geplanten Kanal ausheben kann. Nach dem Abschluss der Sanierung ist eine Neupflanzung vorgesehen.

Der Zeitplan steht: Werner Hirth, Rudolf Schübert, Michael Mühlen und Projektsteuerer Rudi Lehnert (von links) erläutern die Schritte für die „Leo“-Sanierung. Im Hintergrund ist der Entwurf für den künstlerisch gestalteten Bauzaun zu sehen.
Der Zeitplan steht: Werner Hirth, Rudolf Schübert, Michael Mühlen und Projektsteuerer Rudi Lehnert (von links) erläutern die Schritte für die „Leo“-Sanierung. Im Hintergrund ist der Entwurf für den künstlerisch gestalteten Bauzaun zu sehen. | Foto: Rudolphi

Zum Schutz der Baustelle wird es ringsum einen Zaun geben. Die Agentur von Hans Gützlaff und Heike Kronenwett, die Leiterin des Stadtmuseums, haben ein Konzept entwickelt, um die Absperrung möglichst attraktiv aussehen zu lassen. Thema ist der „Leo“ der vergangenen 200 Jahre. Im bunten Zaun sind 20 Felder für entsprechende Motiven wie etwa des Großherzogs Leopold von Baden vorbehalten. In Andy-Warhol-Manier sind die Kunstwerke leicht verfremdet, es gibt aber auch das Originalmotiv mit ein paar Informationen zu sehen. Zudem hält eine Kamera den Baufortschritt fest. Diese Bilder sind künftig online unter www.unser-leo.de zu sehen.
Die Stadt bietet am Mittwoch, 27. Juli, um 16 Uhr im Rathaus eine Bürgerinformation zum „Leo“.