Der Flohmarkt in der Kaiserallee ist vorerst Geschichte.
Der Flohmarkt in der Kaiserallee ist vorerst Geschichte. 30.09.2014 | Foto: Krause-Dimmock

Bauarbeiten in Baden-Baden

Zukunft des Flohmarkts ist ungewiss

Die Flohmarkt-Saison in der Kaiserallee endet am Samstag, 13. August. Ob, und wenn ja, wie es 2017 und 2018 weitergehen wird, steht noch nicht fest. Nur eines ist klar: Liebhaber von Trödel und Antikem werden in den kommenden beiden Jahren nicht im Kurgarten vor der Trinkhalle auf Schatzsuche gehen können. Grund ist der Umbau des Leopoldsplatzes, der während der zweijährigen Bauphase gesperrt ist, so dass die Busse der Baden-Baden-Linie durch die Kaiserallee fahren müssen.
„Gibt es eine Alternative zum bisherigen Standort“, will eine Bürgerin jüngst in der Fragestunde des Gemeinderats wissen. Nach Auskunft von Oberbürgermeisterin Margret Mergen ist zumindest für den Flohmarkt auf dem Waldseeplatz ein Ausweichquartier vorgesehen. Die Stadt prüfe, ob sich eine Fläche im Gewerbegebiet Oos-West als neuer Standort eigne. Der Waldseeplatz entfällt mittelfristig, weil dort mittlerweile ein Container-Dorf für rund 300 Flüchtlinge entstanden ist.
Ein Ersatz für den Flohmarkt in der Kaiserallee ist hingegen noch nicht in Sicht. Mergen zufolge sind Rathaus und Betreiber sich einig, dass dieser Markt ausdrücklich vom Flair des Kurgartens profitiere. „Es gibt leider keine Ausweichfläche in der Innenstadt“, betont die OB. Sie bedauere das sehr, aber das Platzangebot in der City sei nun mal sehr begrenzt.
Stadträtin Astrid Sperling-Theis (Grüne) bringt die Klosterwiese am Ende der Lichtentaler Allee ins Gespräch. Dieser Standort sei zwar theoretisch denkbar, das Gartenamt rate aber davon ab, da der Betrieb den Wurzeln der dortigen Linden-Allee zu stark schade. Den von Beate Böhlen (Grüne) vorgeschlagenen Abschnitt in der Allee bei den Tennisplätzen lehnt Bürgermeister Michael Geggus ab, weil es dort keine Parkmöglichkeiten gebe. „Da herrscht dann ein großes Chaos“, ist der Bürgermeister überzeugt.
Böhlen regt als weiteren möglichen Standort das Bäderviertel an. Schließlich habe Gustl Glattfelder den Flohmarkt in den 70er Jahren auf dem Marktplatz ins Leben gerufen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende kann sich den Platz vor dem Friedrichsbad vorstellen. Geggus entgegnet, dass der Betreiber die Allee favorisiere. Er werde das Gespräch mit der Bäder- und Kurverwaltung (BKV) suchen, ob der Flohmarkt im Bäderviertel sattfinden könne. Falls die BKV grünes Licht gebe, sei es unter Umständen erforderlich, den Betrieb neu auszuschreiben.
Der Betreiber setzt sich dafür ein, den Flohmarkt 2017 und 2018 zwischen den Kolonnaden und vor dem Kurhaus auszurichten. „Das wäre das Areal des Christkindelsmarktes“, sagt Klaus Scheppe im BNN-Gespräch. Die Verwaltung habe sich mit diesem Vorschlag jedoch nicht anfreunden können. „Das ist wohl ein kleines Politikum“, meint er. Scheppe hält die Kolonnaden für geeignet. Die Aussteller könnten ihre Stände so platzieren, dass die Geschäfte zugänglich wären. Er sei auch für den Standort Bäderviertel offen, falls die BKV ihr OK gäbe.
Klaus Scheppe organisiert den Flohmarkt in der Kaiserallee seit dem Jahr 2014. Der Markt habe unter seiner Regie allmählich eine gute Entwicklung genommen. „Das Niveau ist nach Meinung vieler Aussteller besser geworden“, betont er. Zudem habe sich die Parkplatzsituation in der Innenstadt entspannt, seit es den Shuttle-Bus vom Aumattstadion gebe.