NOCH GANZ JUNG: In Indien werden viele Mädchen sehr früh verheiratet.
NOCH GANZ JUNG: In Indien werden viele Mädchen sehr früh verheiratet. | Foto: Gupta/epa

Ehe statt Schule

Zum Heiraten noch viel zu jung

Heiraten ist in Deutschland erst mit 18 Jahren erlaubt – wenn man volljährig ist. Das macht bei uns kaum jemand, weil die meisten nach der Schule erst mal eine Ausbildung machen oder studieren. Aber theoretisch ist es möglich. Bis ihr diesen Artikel zu Ende gelesen habt, wurden auf der Welt ungefähr zehn Mädchen unter 15 Jahren von ihren Eltern verheiratet – also alle sieben Sekunden. Der Hauptgrund für Heiraten im Kindesalter ist Armut. Möglicherweise kann das Mädchen den Mann, den die Eltern aussuchen, überhaupt nicht leiden. Mitbestimmen oder Nein sagen darf sie nicht. Wenn ein Mädchen verheiratet ist, übernimmt der Mann alle Kosten, wie Essen, Kleidung und Wohnen. Die Eltern sind froh darüber, denn sie leben ganz anders als wir in Deutschland. Viele haben keine Arbeit, kein Geld, manche nicht mal ein festes Dach über dem Kopf.

Junge Bräute haben keine Kindheit

Die Mädchen riskieren mit der Heirat ihre Gesundheit, weil viele nach der Hochzeit gleich schwanger werden, ihr Körper ist aber noch gar nicht reif für eine Schwangerschaft. Eine Schule besuchen oder eine Ausbildung machen, das bleibt für sie meistens nur ein großer Traum. In Afghanistan, im Jemen und in Indien werden Mädchen sogar schon mit zehn Jahren verheiratet. Das ist unvorstellbar früh, denn in diesem Alter sollen Kinder eigentlich in die Schule gehen und mit ihren Freunden spielen. In den meisten Ländern Europas ist zum Heiraten ein Mindestalter ab 16 Jahren erforderlich. In manchen Staaten der USA ist Heiraten bereits unter 15 Jahren erlaubt, in New Hampshire ab 13, in Massachusetts zum Beispiel sogar schon ab zwölf Jahren.ari