Am Ettlinger Georgsbrunnen wirbt Herold Joseph van Vlodrop für das Spektakulum auf dem Dobel.
Am Ettlinger Georgsbrunnen wirbt Herold Joseph van Vlodrop für das Spektakulum auf dem Dobel. | Foto: jcweis

Spektakulum auf dem Dobel

Zurück ins Mittelalter

Viele haben sich das Ereignis schon seit einiger Zeit in ihrem Terminkalender angekreuzt: Von Freitag bis Sonntag geht es am alten Dobler Wasserturm auf eine Zeitreise „Zurück ins Mittelalter“. Bereits zum fünften Mal veranstaltet der heilklimatische Kurort Dobel in Zusammenarbeit mit der Bruchsaler Ritterschaft ein großes Mittelalter-Spektakel. Während anderswo das Treiben eines Mittelalter-Marktes auf engen Gassen oder beengten Burganlagen ist, glänzt der Höhenkurort Dobel mit seiner exponierten Lage rund um den Wasserturm und einem fantastischen Blick für die Besucher über .
Gleich drei Tage, von Freitag, 19. August, bis Sonntag, 21. August, treffen sich zahlreiche Ritter, Herolde, Handwerker, Spielleute, Gaukler und Händler in mittelalterlichem Gewand und wollen mittelalterliches Leben. Höhepunkt des mittelalterlichen Treibens sind Vorführungen wie die Schaukämpfe mit Schwert und Schild, Spiegelfechter sowie eine faszinierende Feuerschau, die am Freitag- und am Samstagabend über die Bühne geht.

In den Dobel „verliebt“

Mitveranstalter neben der Gemeinde ist die Ritterschaft Bruchsal, deren Akteure, sich, so deren Marktvogt (Vorsitzender) Joseph van Vlodrop  mittlerweile richtig in den Dobel „verliebt“ und mit vielen Bürgern der Gemeinde befreundet haben. Grund dafür: In den ersten Jahren des mittelalterlichen Spektakulums  gab es nämlich Dauerregen und dennoch ließen sich die Dobler nicht abbringen, zahlreich zu kommen. Als bei der vierten Auflage des Spektakulums Dobel seinem Namen als „Sonneninsel“ alle Ehre machte, kamen die Menschen zu Tausenden, um sich an der „Zeitreise ins Mittelalter“ zu beteiligen. 400 Aktive,  verspricht anno 2016 Marktvogt van Vlodrop, würden zum Wasserturm kommen. Auftrakt ist am Freitag um 17 Uhr, Samstag geht es um 11 Uhr weiter bis tief in die Mitternacht und schließlich am Sonntag von 11 Uhr bis 18 Uhr. 30 verschiedenen Gruppen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Elsass kämen gewandet in stilechten, historischen Kostümen.

Feldlager wird aufgebaut

Schon seit Dienstag läuft unter der Regie von Markus Böhmer von der Bruchsaler Ritterschaft der Aufbau des Feldlagers mit Ritter- und Mannschaftszelten, Schmieden und Stätten für Schaukämpfe. Zu sehen bekämen die Besucher unter anderem im Mittelalter florierendes Handwerk, Richter, die Gesetzesübertreter an den Pranger stellen oder fürs Teeren und Federn verurteilen. Mit von der Partie sind Münzpräger, Schwerttänzer und Gruppen mit Instrumenten der Zeit. „Wir wollen diese Zeit drei Tage lang aufleben lassen“, sagt van Vlodrop bei seinem Gespräch in Ettlingen, bei dem er sich als Bruchsaler stilecht mit dem Heroldsgewand und der Heroldsbedeckung in den weiß-blauen Farben des Speyerer Bischofs und dessen Familienwappen am mittelalterlichen Brunnen des Heiligen Georg, dem Heiligen der Ritter positioniert hat. Während der Tage ist auf dem Dobel das „Nachvollziehen“ von Grundtugenden eines Ritters angesagt: Treue und Tapferkeit gegenüber seinem Herren oder als „Christenmensch“ Freigiebigkeit und Größzügigkeit gegenüber Armen. Die „Ritterlichkeit“, höflich-zuvorkommendes Verhalten, wird dann bei Begrüßungsformeln wie „Seid gegrüßt edler Herr“ wieder lebendig.
Abgerundet wird das dreitägige Spektakel mit einem mittelalterlichem Markt, zu dem sich über 30 Händler angemeldet haben.