Dichtes Gedränge gibt es derzeit an den Straßenbahn-Haltestellen in der Fächerstadt, da die Verkehrsbetriebe wegen Engpässen keine gekoppelten Wagen auf den Tramlinien und der S 2 einsetzen. Derzeit sind wegen erneuter technischer Probleme fast alle modernen Citylink-Bahnen aus dem Verkehr gezogen.
Dichtes Gedränge gibt es derzeit an den Straßenbahn-Haltestellen in der Fächerstadt, da die Verkehrsbetriebe wegen Engpässen keine gekoppelten Wagen auf den Tramlinien und der S 2 einsetzen. Derzeit sind wegen erneuter technischer Probleme fast alle modernen Citylink-Bahnen aus dem Verkehr gezogen. | Foto: Donecker

Wieder Ärger mit neuer Tram

Zwangsbremsung trickst Citylink-Bahnen aus

Die Pannenserie der Citylink-Niederflurwagen geht in die nächste Runde: Wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) auf BNN-Anfrage bestätigten, stehen 24 von 27 Citylink-Bahnen seit Dienstag in den Werkstätten der VBK. Der Grund: seit vergangener Woche setzte immer häufiger die Zwangsbremsung ein. Zunächst war dies bei zwei einzelnen Bahnen der Fall. Am Freitag habe sich das Phänomen bei zwölf Fahrzeugen gehäuft, schließlich bei fast allen Citylink-Exemplaren.
Derzeit arbeiten Experten des Tramherstellers Stadler Rail Valencia (vormals Vossloh Rail Vehicles) an einer Lösung des Problems. Warum es zu den unfreiwilligen Bremsvorgängen kommt, ist derzeit noch nicht bekannt, erklärt VBK-Sprecher Nicolas Lutterbach. Da nun 24 Wagen im laufenden Betrieb fehlen, können derzeit auf den Tramlinien und der S 2 keine Bahnen gekoppelt werden. Entsprechend eng geht es in den Tramzügen zu. „Seit Mittwoch kommt es vermehrt zu Kapazitätsengpässen“, so Lutterbach. Deshalb können gerade zu Stoßzeiten nicht so viele Fahrgäste wie sonst einsteigen.

Bereits im September Schäden am Fahrgestell

Auch gab es einzelne Ausfälle auf den Tramlinien, als die betroffenen Citylink-Bahnen aus dem laufenden Betrieb die Werkstätten ansteuern mussten. Die Zwangsbremsung ist im Normalfall ein Teil des Sicherheitssystem. Eine Automatikfunktion zwingt die Bahn zur Vollbremsung, wenn ein Fahrer ein rotes Haltesignal überfährt oder wenn er nicht in einem 20-Sekunden-Intervall den Anwesenheitsknopf bedient. Lutterbach rechnet erst in einigen Tagen mit ersten Erkenntnissen. Die Ursachensuche sei kompliziert. Erst Anfang September mussten die Citylink-Bahnen für mehrere Tage aus dem Verkehr gezogen werden. Damals lösten sich Blechteile am Fahrgestell. Zu Beginn des neuen Schuljahres gab die Aufsichtsbehörde für Straßenbahnen die Fahrzeuge wieder frei.

Vorerst keine Konsequenzen für Hersteller

Seit Oktober 2014 rollen die Citylink-Bahnen durch die Fächerstadt. Zur Eröffnung pries die damalige Bürgermeisterin Margret Mergen die Modelle der neuen Bahngeneration als das „Modernste, was es auf dem Markt gibt“. Die Wagen wurden bei Stadler Rail in Valencia an der spanischen Mittelmeerküste hergestellt. Die erste Bestellung umfasste 25 der jeweils rund drei Millionen Euro teuren Fahrzeuge. Im April 2015 vereinbarten die Albtalbahn-Verkehrsgesellschaft und die VBK mit dem Hersteller, 50 weitere Wagen zu bestellen. Von diesen sind die ersten eingetroffen.
Ziehen die Verkehrsbetriebe angesichts der Pannenserie nun ihrerseits die Notbremse? „Zunächst müssen wir die Ursache ermitteln“, so Lutterbach. Es sei noch nicht sicher, ob der Hersteller für die erneute Panne tatsächlich verantwortlich ist.