Gerade erst begonnen, jetzt schon wieder auf Stopp: Die Tunnelbohrmaschine am Rastatter Tunnel
Gerade erst begonnen, jetzt schon wieder auf Stopp: Die Tunnelbohrmaschine am Rastatter Tunnel | Foto: Collet

B36 bei Ötigheim eine Woche zu

Zwangsstopp für den Tunnelbohrer

Baustopp auf der Großbaustelle in Ötigheim: Am 25. Mai ist die 90 Meter lange Tunnelbohrmaschine der Bahn in Ötigheim gestartet. Nun ist sie schon zum Stillstand gekommen. Kurz bevor sie die Bundesstraße 36 vor Rastatt unterqueren konnte, setzte das Landratsamt in Abstimmung mit den Tunnelbauern das Stopp-Signal. Der Grund: In der Erde wurde erzhaltiges Material gefunden. „Es reagiert chemisch mit unserem eingesetzten Bentonit“, erklärt der Pressesprecher des Tunnelbauprojekts, Michael Breßmer.

„Das war uns zu heiß“

Zwischen Tunnelröhre und Erdoberfläche sind an dieser Stelle nur sechs Meter. Aus Sicherheitsgründen wurde die Tunnelbohrung erstmal gestoppt. „Das war uns zu heiß“, so Breßmer. Es seien aber keinerlei Schäden entstanden. Im Labor wurde untersucht, wie die Materialien chemisch reagieren.
Das von den Tunnelbauern eingesetzte Bentonit dient als eine Art Gleitmittel beim Tunnelvortrieb. Es verbindet sich mit dem Aushubmaterial.

„Wir haben kurzfristig ein Spezialbentonit beschafft“, erklärt Breßmer auf BNN-Anfrage das weitere Vorgehen. Damit soll die Tunnelbohrung nun weitergehen, die Maschine wieder starten. Die Sperrung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, die vom Landratsamt als Straßenverkehrsbehörde angeordnet wurde.
„Wir planen, spätestens Ende der Woche mit der gesamten Maschine die Bundesstraße unterquert zu haben.“ So lange ist die Straße zu. Sollte die Bahn schneller sein, werde die Straße auch wieder früher geöffnet, verspricht Breßmer. Das Landratsamt muss diese Öffnung dann genehmigen.

Viele Autofahrer von Umleitung überrascht

Der kurzfristige Baustopp und die Sperrung kamen überraschend, nicht nur für die Autofahrer, die seit gestern Umleitung über die Kreisstraße und die Bundesstraße 3 fahren müssen. Auch die Tunnelbauer hatten diese Entwicklung nicht auf dem Schirm, wenngleich Breßmer relativiert: „Vor der Hacke ist es dunkel.“ Will heißen: Tunnelbauer rechnen immer mit unvorhersehbaren Ereignissen.
Absehbar ist jetzt – da das Problem bekannt ist – allerdings schon die nächste Sperrung der B 36. Das Problem wird erneut auftauchen, wenn sich die zweite Tunnelbohrmaschine in der zweiten Tunnelröhre auf den Weg macht. Dann soll die Straße planmäßig drei Wochen lang im September gesperrt sein. Da der Verlauf der Röhre dort ein anderer ist und länger unterhalb der Straße verläuft, dauere auch die Sperrung dort länger. Die derzeitige Umleitung ist ausgeschildert und führt über die K 3717 und die Bundesstraße 3.

Viele weitere Informationen zur Großbaustelle zwischen Ötigheim und Rastatt finden sich hier.