Projekte für 365 Millionen

Zwei Anbauten im Rastatter Pkw-Werk

Bis zum Jahr 2020 sollen ins Pkw-Werk Rastatt rund eine Milliarde Euro in die technologische Weiterentwicklung und die Produktion investiert worden sein. Mit dieser Information wurde gestern ein Rundgang durch die diversen Baustellen auf dem Rastatter Gelände der Daimler AG eingeleitet. Allein die Erweiterung der beiden Karosserierohbaugebäude Richtung Süden verbraucht 365 Millionen Euro.

Erster Anbau zum Jahresende fertig

Seit dem Baubeginn im April diesen Jahres hat sich viel getan – und zudem überraschend schnell. Moduliertes und standardisiertes Bauen sei das Zauberwort, das diese Schnelligkeit erst möglich mache, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Beide Anbauten stehen bereits, die Halle 2.0 mit 33 000 Quadratmetern soll bereits zum Jahresende übergeben werden. Sogar die Förderebene auf halber Hallenhöhe ist schon installiert. Ab Januar wird dort der Anlagenaufbau beginnen.

150 000 Quadratmeter für Karosserierohbau

Die zweite Rohbauerweiterungshalle mit 15 000 Quadratmetern wird etwas später fertig; hier werden derzeit Installationsarbeiten durchgeführt, wie bei der Baustellenbesichtigung zu sehen war. Mit diesem „äußerst anspruchsvollen Projekt“ der Rohbauerweiterung sei man sehr zufrieden, so der Daimler-Sprecher. Wenn beide Hallen später mit den Bestandsgebäuden verbunden werden, steht für den Karosserierohbau eine Fläche von knapp 150 000 Quadratmetern zur Verfügung. Komplett fertig sein müssen beide Hallen 2018 zum Start der nächsten Kompaktklasse mit mindestens fünf Modellen.
Viel Wert legt die Daimler AG darauf, den Energiebedarf deutlich zu verringern, wozu moderne LED-Beleuchtung ebenso beiträgt wie Wärmerückgewinnung über Lüftungsanlagen.

Gesundheitszentrum für Mitarbeiter

Ein weiteres Bauprojekt, das derzeit noch in der Planungsphase ist, soll das Gesundheitszentrum für die derzeit 6 300 Mitarbeiter des Rastatter Pkw-Werks werden, das auf 1 500 Quadratmetern und zwei Stockwerken alle medizinischen und Präventionsangebote bündelt. Der Kostenrahmen liegt bei rund drei Millionen Euro. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein.

Parcours
„A-ROCK“ heißt der steile Hügel im neuen Offroad-Parcours auf dem Gelände des Rastatter Pkw-Werks. Aufwärts hat man 60 Prozent Steigung, 70 nach unten. | Foto: Collet

Offroad-Parcours auch für Open Airs

Bis zu zwei Millionen Euro fließen noch in ein weiteres Bauprojekt – den „A-Rock“-Offroad Parcours auf einer Fläche von rund 10 000 Quadratmetern. Sechs Stationen – Flussbett, Baumstammbrücke, Tunnelfahrt, Schrägfahrt, Berg- und Talfahrt und Verwindung – können Offroad-Fahrzeuge ab Frühjahr 2017 dort durchfahren. Die Steigung nach oben liegt bei 60 Prozent, nach unten sind es 70 Prozent.
Die Fläche soll zudem dazu dienen, Autokäufern die Fahrassistenzsysteme wie Einparkhilfen oder Geländegänge zu erläutern. Außerdem bietet das Gelände nach Angaben der Daimler-Pressesprecher die Möglichkeit für neue Open-Air-Formate für mehrere tausend Besucher.
Informationen über die weiteren bis 2020 geplanten Investitionen will die Daimler AG derzeit noch nicht kommunizieren.