"2 Räder - 200 Jahre Fahrrad" heißt eine neue Landesausstellung im Technoseum in Mannheim. Sie erinnert an den Erfinder der Urform des Fahrrads, Karl Drais. Der Laufraderfinder war ein gebürtiger Karlsruher.
"2 Räder - 200 Jahre Fahrrad" heißt eine neue Landesausstellung im Technoseum in Mannheim. Sie erinnert an den Erfinder der Urform des Fahrrads, Karl Drais. Der Laufraderfinder war ein gebürtiger Karlsruher. | Foto: Klaus Luginsland/Technoseum

Mannheim und Karlsruhe

Zwei Städte drehen am Rad

Eine der brillantesten Erfindungen aus dem Südwesten

Für den leidenschaftlichen Fahrradfahrer und baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist es eine der brillantesten Erfindungen aus dem Südwesten. Doch wer darf sich im Land der Tüftler und Denker die Erfindung der Urform des Fahrrades denn nun auf seine Fahnen schreiben? Sowohl Karlsruhe auch Mannheim wollen vom 200. Fahrradgeburtstag im kommenden Jahr profitieren – und werben damit.

Drais: In Karlsruhe geboren

Das brisante Thema hatte vor sechs Jahren schon einmal für Verstimmung zwischen den Rathäusern der Quadrate- und der Fächerstadt gesorgt. „Wir haben das Rad erfunden“ hieß es damals in einer bundesweiten Imagekampagne des Landes und der Stadt Karlsruhe zum 225. Geburtstag des Laufraderfinders Karl Drais. Das war beim Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz gar nicht gut angekommen. In Mannheim legt man Wert auf den feinen Unterschied: Der Freiherr von Drais ist zwar in Karlsruhe geboren und dort verarmt gestorben, zur Jungfernfahrt mit seinem Laufrad startete er dagegen unbestritten am 12. Juni 1817 an seinem damaligen Wohnhaus in Mannheim.

 

Offenbar hat man aus Versäumnissen der Vergangenheit gelernt: Bei der Vorbereitung des 200. Fahrradgeburtstags im kommenden Jahr saßen Vertreter beider Kommunen und des Landes an einem Tisch. Herausgekommen ist ein Kompromiss: Zum 200. Geburtstag gehen Mannheim und Karlsruhe als so genannte Leuchtturm-Städte an den Start. „Wir wollen uns nicht gegenseitig die Butter vom Brot nehmen“, betont Martin Wacker, der Chef der Karlsruher Event-GmbH. Dass beide Städte großzügig für die Angebote in der Nachbarstadt werben, kann man allerdings (noch) nicht behaupten. Nach BNN-Informationen soll es Anfang des Jahres aber eine Pressekonferenz mit den beiden Oberbürgermeistern – Frank Mentrup und Peter Kurz (beide SPD) – geben. Der konkrete Termin muss noch abgestimmt werden, heißt es.

Mannheimer Slogan: „Monnem Bike – wo alles begann“

In Mannheim wurde unterdessen schon kräftig in die Pedale getreten. Die Stadt legt ab Freitag vor: Mit einer Landesausstellung zum Fahrradgeburtstag im Technoseum. „Monnem Bike – wo alles begann“ heißt zudem der Slogan zum Radjubiläum in Mannheim, der auch den Titel einer Sonderveröffentlichung der Quadratestadt ziert. Darin attestiert die sich ganz selbstbewusst die Führungsposition beim Radgeburtstag: „Mannheim ist dabei der Mittelpunkt“, heißt es mit Blick auf viele Veranstaltungen zur Radhistorie im nächsten Jahr im Südwesten.

Michael Herberger komponierte Musical

Auch ein Musical zur Geschichte des genialen Erfinders Karl Dais steht im Veranstaltungskalender. Komponiert wurde es von Michael Herberger, Urgroßneffe des Fußball-Weltmeister-Trainers von 1954, Sepp Herberger, und Mitgründer der Popgruppe „Die Söhne Mannheims“. Premiere hat es am 4. Februar im Mannheimer „Capitol“. Dessen künstlerischer Leiter ist mit Georg Veit übrigens ein gebürtiger Karlsruher.

Karlsruher Slogan: „Ganz schön Drais“

In der Fächerstadt wird derweil die Person des Erfinders mehr in den Mittelpunkt gerückt: „Ganz schön Drais“ ist zu lesen, wenn Karlsruhe in den nächsten Monaten kräftig am Rad dreht. Allerdings mit einem deutlich geringeren Budget als in Mannheim und vor allem eingebettet in die baden-württembergischen Heimattage. Höhepunkt soll ein Fest am letzten Mai-Wochenende (25. bis 28. Mai) in Karlsruhe werden – unter anderem mit einem Welttreffen historischer Räder, Hochrad-Wettfahrten und Fahrradartisten.
Ausstellung

Info:

„2 Räder – 200 Jahre Fahrrad“ heißt die Ausstellung im Mannheimer Technoseum, die am Freitag, 11. November, eröffnet wird. Sie ist bis zum 25. Juni täglich von 9 bis 17 Uhr zu sehen. Infos im Internet unter www.technoseum.de.