373 Punkte in Flensburg hat der Fahrer dieses Audis aus Speyer angesammelt. Ihm droht nun eine Gefängnisstrafe. | Foto: Polizei

Mann aus Speyer erwischt

Fahrer sammelt 373 Punkte in Flensburg

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Überall sammeln wir Punkte: auf der To-Do-Liste, in der Bundesliga, beim Einkaufen – und ja, Verkehrssünder sammeln auch Punkte in Flensburg. Ein 37-Jähriger aus Speyer hat dabei jetzt aber den Vogel abgeschossen: Satte 373 Punkte hat der Mann auf dem Konto. Ihm droht nun eine Gefängnisstrafe.

Wer nicht hören will, muss fühlen: Die Polizei hat bei Neustadt an der Weinstraße einen Verkehrssünder mit dickem Punktekonto erwischt – 373 Punkte in Flensburg hat der 37-Jährige angesammelt.

Laut Meldung stand der Lagerist aus Speyer bereits im Februar vor Gericht, weil er wissentlich mit einem ungültigen Führerschein am Steuer unterwegs gewesen war. 150 rechtswidrige Fahrten konnte die Polizei dem Berufskraftfahrer damals nachweisen. Der Richter verhängte eine Bewährungsstrafe und drohte bei einem erneuten Verstoß mit einer Haftstrafe.

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Nach der Verurteilung wieder ins Auto gestiegen

Diese Androhung schreckte den Mann aber offensichtlich nicht: Nach der Verurteilung legte sich der 37-Jährige einen teuren Audi Q7 zu und fuhr einfach weiter – mit inzwischen 373 Punkten auf dem Konto in Flensburg.

Am Dienstag setzte die Polizei dem Treiben schließlich ein Ende: Die Beamten ertappten den Fahrer in seinem SUV auf frischer Tat. Der Audi, der rund 35.000 Euro wert ist, wurde eingezogen. Laut Meldung sei der Mann völlig sprachlos gewesen, als er realisierte, dass sein Auto nun nicht mehr ihm gehöre. „Erneut sprachlos wird er sein, wenn der Richter sein Versprechen einlöst“, heißt es von der Polizei nicht ohne Häme.

Was ist die Verkehrssünderkartei?

In der Verkehrssünderkartei werden Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten im Straßenverkehr mit Punkten vermerkt. Je nach Schwere des Verstoßes können auch zwei oder drei Punkte für ein einzelnes Vergehen fällig werden. Bei acht Punkten auf dem Konto wird die Fahrerlaubnis entzogen.

Rote Ampel
Über die rote Ampel gefahren? Das gibt einen Eintrag in Flensburg. | Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Punkte gibt es unter anderem für zu schnelles Fahren (ab 20 Kilometer pro Stunde zu viel gibt es einen Punkt, ab 30 innerorts bzw. 40 außerorts gibt es zwei), Telefonieren am Steuer oder beim Überfahren einer roten Ampel.

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2018 registrierte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg deutschlandweit insgesamt 4,8 Millionen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr. Deutscher Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 1,05 Millionen registrierten Vergehen – 663.000 gab es in Baden-Württemberg. Rund 80.000 mal gab es zwei Punkte, 18.000 Mal sogar drei Punkte.

Ob der Mann aus Speyer mit seinen 373 Punkten einen „Highscore“ aufgestellt hat, lässt sich nicht überprüfen: Die Polizei in Karlsruhe verweist auf das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg – die stellt aber laut Angaben einer Sprecherin keine Statistik zu einzelnen Punkteregistern auf.