Großeinsatz der Feuerwehren nach einem Silobrand bei der Fensterfabrik Bechtold in Kronau. | Foto: Scholtes

40-stündige Brandlöschung

409 Einsatzkräfte bei Silobrand in Kronau

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Auf dem Gelände der Firma Bechtold in Kronau kam es zu einem Silobrand, bei dem über 400 Einsatzkräfte geholfen haben, den Brandherd zu lokalisieren und zu löschen. Laut Kreisfeuerwehrverband Karlsruhe konnte die Einsatzleitung nach 40 Stunden gegen 23 Uhr am Mittwochabend die komplette Entleerung des Silos und die Bekämpfung des Brandes vermelden.

Begonnen hatten die Arbeiten am Dienstag gegen 8 Uhr – oft war ein Atemschutzgerät nötig. Da das Silo durch Verklumpen der Holzspäne darin nicht nutzbar war und der Brandherd lokalisiert und gelöscht werden musste, wurde der Hochbehälter mühsam unter staubigen Schwaden abgelassen. Dieser war mit rund 350 Kubikmeter Sägespänen gefüllt. Da sich der Brandherd im unteren Drittel des Silos befand, musste der Behälter vollständig entleert werden.

An dem Einsatz waren insgesamt zwölf Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Karlsruhe sowie drei Feuerwehren aus dem Rhein-Neckar-Kreis beteiligt. Dies waren im einzelnen Kronau, Ubstadt-Weiher, Bad-Schönborn, Östringen, Bruchsal, Kraichtal, Waghäusel, Oberhausen-Rheinhausen, Bretten, Sulzfeld, Zaisenhausen, Hambrücken sowie Malsch (RNK), St. Leon (RNK) und Rot (RNK). Der Personaleinsatz betrug zum Schluss des Einsatzes die stolze Zahl von 409 Kräften von Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Berufsfeuerwehr Karlsruhe, Werkfeuerwehr KIT, Bauhof und Gemeinde Kronau sowie der Polizei. Der Verpflegungszug Kirrlach stellte rund um die Uhr die Versorgung der Einsatzkräfte sicher.

In den Morgenstunden des zweiten Tages kam es erneut zu kleineren Flammenbildungen, die aber schnell und gezielt gelöscht werden konnten. Nachdem das Saugfahrzeug aufgrund technischer Ursachen zur Entleerung nicht mehr zur Verfügung stand musste eine Alternative gefunden werden. Daraufhin wurden von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe drei Höhenretter zum Einsatz gebracht, die sich von oben in das Silo abseilten um die Sägespäne weiter nach unten zu befördern.

Das von oben nach fließende Material wurde durch die untere Öffnung im Außenbereich des Silos nach draußen befördert und mit Radladern der Gemeinde Kronau in den Hof der Firma verbracht. Dort wurde das Material von Feuerwehrangehörigen nochmals gut mit Wasser benetzt. Diese Aktion dauerte noch den kompletten zweiten Tag an.

Die Kommandanten Mario Dutzi aus Ubstadt-Weiher und sein Kronauer Kollege Bernd Eder erläuterten, dass Silos stets Risiken bergen. Firmeninhaber Ralf Bechtold lud am Mittwoch selbst mit dem Schaufellader Holzspäne auf, obwohl er für ein verlängertes Wochenende hatte wegfliegen wollen. „Ist doch selbstverständlich, wenn ich sehe, wie die Leute hier arbeiten“, meinte er der Bruchsaler Rundschau gegenüber. Man habe alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, aber die Ursache sei wohl eine andere als beim Brand vor zehn Jahren. Alle waren dankbar für die tolle Zusammenarbeit, auch mit dem DRK. 

Bürgermeister Frank Burkard sowie Andreas Henninger informierten sich seitens des Rathauses mehrmals vor Ort nach dem aktuellen Stand der durchgeführten Maßnahmen.

(ots / BNN / Maciejewski)

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/130685/4103871