Foto: Hauptzollamt Karlsruhe
Foto: Hauptzollamt Karlsruhe

Schwarzarbeit und Mindestlohn

Zoll überprüft Arbeitsbedingungen in Fleischbetrieb im Enzkreis

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Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Karlsruhe haben diese Woche zwei Fleischbetriebe überprüft – einen im Enzkreis und einen im Kreis Freudenstadt. Insgesamt entdeckten die Beamten vier Arbeiter, die illegal in Deutschland arbeiteten.

Laut Angaben des Zollamts waren die Beamten am Dienstag und am Mittwoch in den Betrieben unterwegs.  Die Zöllner befragten Arbeiter und prüften Geschäftsunterlagen, um so eventuelle Schwarzarbeit, fehlende Arbeitsgenehmigungen oder Verstöße gegen die Mindestlohnvorgaben zu entdecken.

Durch vermehrte Corona-Infektionen in verschiedenen Fleischbetrieben in Deutschland – unter anderem auch bei Müller-Fleisch – ist eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen der meist ausländischen Arbeiter in den Schlachtereien entbrannt.

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Agrarminister Peter Hauk stattete Müller-Fleisch am Dienstag einen Besuch ab und stellte sich demonstrativ hinter die Firma – was ihm Kritik der Opposition einbrachte.

Insgesamt wurden laut Zollamt mehrere Dutzend Personen überprüft, die im Rahmen von Werkverträgen angestellt sind. Drei aus Ghana stammende Arbeitnehmer wiesen sich mit Ausweispapieren aus, die auf andere Personen ausgestellt waren. Ein weiterer Ghanaer legte den Bediensteten eine irische ID-Card vor. Die Zöllner entdeckten die Fälschungen, gegen die Männer wurden Ermittlungen eingeleitet.

Was mit den Arbeitern weiter geschieht, entscheidet jetzt die Ausländerbehörde. Die Arbeitgeber müssen laut Zollamt ebenfalls mit Verfahren rechnen. In welchen Betrieben die Männer gearbeitet haben, ist derzeit noch nicht bekannt.

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In insgesamt zwölf Fällen gab es außerdem Hinweise, dass den Arbeitern nicht der gesetzliche Mindestlohn gezahlt wird. Diese Hinweise werden nun weiter geprüft. In welchen Betrieben die Verstöße entdeckt wurden, verrät das Zollamt nicht.

BNN