Nachdem bereits vergangene Woche im Raum Rastatt zwei Hunde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch präparierte Köder vergiftet wurden, erreichte die Beamten des Polizeireviers Rastatt heute eine weitere Anzeige. | Foto: Gambarini/dpa

Verdacht auf Giftköder

Sechs Vorfälle im Landkreis Rastatt: Treibt ein Hundekiller sein Unwesen?

Anzeige

Sechs Vorfälle im Zusammenhang mit Giftködern hat das Polizeipräsidium Offenburg seit dem 6. Februar im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden gezählt. Drei Hunde seien gestorben, berichteten die Beamten auf Anfrage. In einem Fall habe ein Hundehalter seinem Tier noch etwas aus dem Maul ziehen können, in einem anderen Fall sei ein präpariertes Wurststück aufgefunden worden. 

Die Ermittlungen laufen noch. Allerdings gestalteten sich diese schwierig, da die Vergiftungserscheinungen immer erst zeitlich verzögert auftreten würden, so die Polizei.

Offenbar vergiftet: Labrador in Steinmauern gestorben

Der dritte Hund starb am vergangenen Donnerstag, nachdem bereits in der Woche zuvor im Raum Rastatt zwei Hunde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch präparierte Köder vergiftet wurden. Die entsprechende Anzeige erreichte die Beamten am Montag. Demnach sei eine Hundehalterin am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit ihrem Labrador auf einem Feldweg im Eichfeld (Gewann nördlich von Steinmauern) spazieren gewesen.

Zu Hause angelangt übergab sich die Hündin, weshalb unmittelbar ein Tierarzt aufgesucht wurde. Das Tier erlag letztlich seinen Beschwerden. Während die Beamten der Polizeihundeführerstaffel die Ermittlungen aufgenommen haben, werden unter der Telefonnummer: 07222 761-0 Zeugenhinweise aufgenommen.

Das Auslegen von Giftködern ist eine ernste Angelegenheit und kann eine hohe Strafen nach sich ziehen – auch eine Freiheitsstrafe.

Wie kann man vorbeugen, dass sich der eigene Hund beim Spazierengehen vergiftet?

  • Erziehung schon im Welpenalter
  • kein Fressen unterwegs aufnehmen. Wir empfehlen in Hundeschulen schon früh mit dem Training zu beginnen und sich Tipps zu holen.
  • Beobachten Sie Ihren Hund beim Spazierengehen
  • Erziehen Sie ihn so, dass er auf Abruf sofort zu Ihnen kommt, zum Beispiel wenn er etwas fressen will. Lassen Sie Ihren Hund nicht aus dem Blickfeld.
  • Wenn bekannt ist, dass Giftköder in der Gegend ausgelegt werden, lassen Sie Ihren Hund angeleint, wenn Sie nicht ausschließen können, dass er fremdes Futter aufnimmt.
  • Bieten Sie ihm genug Futter an.
  • Meiden Sie Orte, an denen Giftköder gefunden wurden.
  • Im Zweifel ziehen Sie Ihrem Hund einen Maulkorb oder Giftköderschutz an.

Wie erkenne ich, ob mein Haustier vergiftet wurde?

  • Unruhe, Erbrechen (eventuell mit schaumiger Konsistenz)
  • Durchfall
  • Blasses Zahnfleisch
  • Ungewöhnliche Pupillengröße, entweder stark verengt oder auch erweitert
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhlgang
  • Krämpfe
  • Muskelzittern
  • Absinkende Körpertemperatur
  • Apathie oder Bewusstlosigkeit

Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass der Hund Gift aufgenommen hat?

  • Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund Gift aufgenommen hat, nehmen Sie eine Probe des ausgelegten Köders mit. Ziehen Sie Handschuhe an.
  • Beruhigen Sie Ihren Hund und sichern Sie ihn, dass er nicht wegläuft.
  • Gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt.
  • Falls Ihr Hund bewusstlos ist, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und halten Sie die Atemwege und Maul unbedingt frei.

Notrufzentrale für Vergiftungen

Rat finden Sie bei der Notrufzentrale für Vergiftungen in Freiburg, Universitätsklinikum: Telefonnummer 0761 19 240 oder 270 4361 (24h)

Auch Gefahr für Kleinkinder

Es werden nicht nur Hunde, Katzen, Füchse, Habichte, Falken, Bussarde oder auch andere bedrohte und besonders geschützte fleischfressende Tiere vergiftet oder durch präparierte Fleischstücke schwer verletzt, mitunter kann es auch Kleinkinder treffen. Auch Kadaver vergifteter Tiere sind weiterhin eine Gefahr. (ots/BNN)