Nach dem tödlichen Unfall auf der A8 bei Pforzheim sollen Gaffer die Tür eines Rettungswagens geöffnet haben, um den Verletzten sehen zu können.
Nach dem tödlichen Unfall auf der A8 bei Pforzheim sollen Gaffer die Tür eines Rettungswagens geöffnet haben, um den Verletzten sehen zu können. | Foto: SDMG/Gress

Keine Klarheit über Krankenwagentür

Pforzheim: Weiter Wirbel um Gaffer nach tödlichem Unfall

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Nach dem tödlichen Lkw-Unfall auf der A8 bei Pforzheim gab es keine Bestätigung dafür, dass Gaffer sogar die Tür eines Rettungswagens geöffnet hätten. Dies hatte die Polizei am Vortag unter Hinweis auf die Rettungskräfte gemeldet. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dementierte dies jedoch und verwies auf ein mögliches Missverständnis zwischen den Einsatzkräften. Zur Klärung des Vorfalls werden weiterhin Zeugen gesucht.

Einig waren sich Polizei und DRK darin, dass es schlimme Szenen mit Gaffern am Unfallort gegeben habe. Deshalb wird wegen des Verdachts der Behinderung von Rettungskräften und der „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen einer hilflosen Person“ ermittelt. Insgesamt hat die Polizei fünf Platzverweise erteilt und vier Personen zur Löschung ihrer Handyaufnahmen aufgefordert.

Lediglich Versuche, in den Rettungswagen zu gelangen

Wie könnte das Missverständnis entstanden sein? Nachdem mit den Rettungskräften gesprochen wurde, habe sich ergeben, dass niemand probiert hatte, in den Krankenwagen zu gelangen, heißt es am Donnerstag vom DRK Pforzheim Enzkreis. Es hätten lediglich einige unbeteiligte Personen vor der verschlossenen Tür Fotos gemacht und sich bemüht, in den geöffneten Krankenwagen zu schauen. Ein Mitarbeiter des DRKs habe zu einem Mitarbeiter der Polizei gesagt, dass es nur noch fehle, dass jemand in den Krankenwagen steigt, um zu fotografieren.

DRK löscht Facebook-Beitrag

Der Facebook-Beitrag des DRK Kreisverbands Pforzheim-Enzkreis von Mittwochabend, dass niemand versucht habe, die Tür des Rettungswagens zu öffnen (die BNN berichteteten), wurde am Donnerstag gelöscht. Die Meldung entfachte am Donnerstag große Diskussionen in dem sozialen Netzwerk.

Zeuge hat sich gemeldet

Nach Polizeiangaben meldete sich ein Zeuge, der bestätigte, dass sich mindestens zwei zivil gekleidete Personen in unmittelbarer Nähe des Rettungswagens aufhielten. Während im Inneren des Rettungswagens der später verstorbene Lkw-Fahrer reanimiert worden sei, hätten die besagten Personen wiederholt gezielt das Geschehen durch die sich immer wieder öffnenden Türen verfolgt.

Weitere Hinweise gesucht

Hinweise nimmt das Autobahnpolizeirevier Pforzheim unter der Telefonnummer (0 72 31) 12 58 10 entgegen.