Bei einem Verkehrsunfall auf der A5 bei Kronau sind am Montag mehrere Menschen ums Leben gekommen.
Wegen eines schweren Verkehrsunfalls ist die A5 zwischen der Anschlussstelle Kronau und dem Autobahnkreuz Walldorf derzeit voll gesperrt. | Foto: Archiv/Priebe

Eltern und Tochter sterben

Vier Tote bei Unfall auf A5 hinter Kronau

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Traurige Gewissheit: Bei dem schweren Verkehrsunfall auf der A5 zwischen der Anschlussstelle Kronau und dem Autobahnkreuz Walldorf sind vier Menschen gestorben, darunter Vater, Mutter und eine ihrer Töchter. Das teilte das Polizeipräsidium Mannheim am Montag mit.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der Fahrer eines Sattelzuges auf dem rechten von drei Fahrstreifen gegen 14.15 Uhr verkehrsbedingt anhalten müssen. Zwei Autos dahinter hielten ebenfalls an. Der Fahrer eines nachfolgenden Lkw konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und schob beide Pkw unter den stehenden Sattelzug. Ein Mädchen wurde mit schweren Verletzungen aus einem der Autos geborgen und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Das ist Horror pur auch für die Einsatzkräfte

Werner Rüssel, stellvertretender Kommandant der Feuerwehren des Landkreises Karlsruhe, war in Oberderdingen bei dem tödlich verunglückten Arbeiter, als er zu dem Unfall gerufen wurde und dort den Kommandanten Thomas Hauck vertrat, wie er den BNN erzählte. Rüssel kann sich an einen Unfall so großen Ausmaßes nicht erinnern: „Das ist Horror pur auch für die Einsatzkräfte.“

Weil der erste Laster in seinem Silo Schlachtabfälle geladen hatte und Blut und Fett ausliefen, mussten die Einsatzkräfte unter permanentem Gestank arbeiten. Im ersten Auto soll ein älterer Mann, der Fahrer, ums Leben gekommen sein. Dahinter stand der Wagen einer Familie: Die Eltern und eine Tochter starben, die zweite Tochter kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Die Feuerwehr aus Waghäusel und Kronau trafen sich noch am Abend zu Gesprächen mit den so genannten Nachsorgeteams. „Die hatten wir schon frühzeitig gerufen“, betonte Rüssel. Die Fahrer der beiden Sattelzüge blieben unverletzt.

Rettungshubschrauber auf der A5 bei Kronau im Einsatz

Insgesamt waren fünf Rettungsfahrzeuge, zwei Notärzte, zwölf Rettungssanitäter sowie zwei Feuerwehrzüge mit insgesamt 30 Feuerwehrmännern im Einsatz. Die A5 war voll gesperrt. Der Verkehr staute sich auf bis zu 19 Kilometer zurück. Der Verkehr in Richtung Frankfurt wurde an der Anschlussstelle Kronau ausgeleitet. Die Bergungsarbeiten dauerten bis etwa 2.20 Uhr in der Nacht an .

Unfall auf der Gegenfahrbahn wegen Gaffern

Auf der Gegenfahrbahn ereignete sich wegen Gaffern gegen 14.45 Uhr ein Unfall mit insgesamt sieben Fahrzeugen. Dort gab es drei Verletzte, wie die Polizei Mannheim mitteilte. Die beiden rechten der drei Fahrstreifen waren blockiert. Der Rückstau betrug mehrere Kilometer. Betroffen waren auch die A6 aus Richtung Mannheim auf der Überleitung zur A5 in Richtung Karlsruhe sowie die Ausweichrouten im Raum Bruchsal und Graben-Neudorf.