Schulanfänger
Erstklässler sind mit ihren Schultüten auf dem Weg zur Einschulung in die 1. Klasse einer Schule. | Foto: Thomas Warnack/Archiv

Regeln für sicheren Schulweg

Zum Schulanfang: Polizei gibt Verkehrstipps für Kinder und Eltern

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Schulranzen gepackt, Schultüten gefüllt? Am 10. September beginnt in Baden-Württemberg für zahlreiche Erstklässler der Ernst des Lebens. Für viele Kinder bedeutet der Beginn des Schullebens gleichzeitig auch, den Straßenverkehr auf eigenen Füßen kennenzulernen. Und für die Erwachsenen bedeutet das: Aufpassen im Verkehr.

„Auf ihrem Schulweg sind die Kleinen auf die Rücksicht und Besonnenheit der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen“, warnt die Polizei in einer Pressemeldung zum Schulbeginn am 10. September. Für die Kleinen sei der Unterrichtsstart eine neuer Lebensabschnitt – und viele bewegten sich dann erstmals selbstständig im Straßenverkehr.

Rund 87 000 Schüler besuchen im neuen Schuljahr baden-württembergische Grundschulen – im Vergleich zum letzten Jahr entspricht das einem Plus von 1,1 Prozent (Informationen zum Schulanfang vom Kultusministerium gibt es hier).

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg ereigneten sich im vergangenen Schuljahr insgesamt 82 Schulwegunfälle, wie die Polizei berichtet. Das waren fünf Unfälle mehr als im Jahr zuvor. Im Ortenaukreis stieg die Zahl zwischen den Schuljahren 2016/ 2017 und 2017/ 2018 um neun Fälle. Im Landkreis Rastatt hingegen passierten mit 15 Unfällen neun weniger als im Vorjahr. In Baden-Baden kam es zu fünf Unglücksfällen, im Vorjahr waren keine passiert. Im gesamten Bereich des Präsidiums seien die Städte Offenburg und Achern mit rund 18 und rund zehn Prozent die Schwerpunkte für Unfälle auf dem Schulweg. Gut die Hälfte der Fälle wurde im vergangenen Schuljahr durch die Schüler selbst verursacht, bei 40 Prozent waren Autofahrer schuld. Einen tödlichen Unfall habe es glücklicherweise nicht gegeben, so die Polizei.

 

„Unsere Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie sind speziellen Risiken ausgesetzt“, warnt die Polizei. Kinder achten auf alle möglichen Dinge: auf ihre Kameraden, auf Blumen oder Steine, auf ihr Spielzeug  – nicht unbedingt immer auch auf den Verkehr. Dies müssen viele Kinder erst lernen. Deshalb müssten alle Verkehrsteilnehmer umso vorsichtiger sein, um Umfälle zu verhindern, erinnert die Polizei. Man könne nicht darauf vertrauen, dass sich Sechs- und Siebenjährige richtig verhalten.

Besonders Vorsichtsmaßnahmen zum Schulstart in der Region

Das Polizeipräsidium Offenburg reagiert mit verstärkten Maßnahmen auf den Schulanfang. So soll es etwa Geschwindigkeitskontrollen an Stellen mit erhöhter Unfallgefahr sowie Kontrollen von Autofahrern etwa beim Vorbeifahren an Bushaltestellen und Fußgängerüberwegen geben. Auch die Fahrräder der Schüler sollen auf technische Sicherheit überprüft werden, ebenso das Verhalten der Kinder auf Radwegen.

Tipps für einen sicheren Schulweg

Was können Eltern tun, um ihre Kinder im Straßenverkehr zu schützen und ideal vorzubereiten? Die Polizei gibt folgende Tipps:

  • Verschaffen Sie Ihrem Kind einen kindergerechten Überblick zu schwierigen Übergangssituationen und mögliche Gefahrenpunkte auf dem Weg zur Schule.

  • Gehen Sie den Weg mehrmals mit Ihrem Kind ab und schaffen Sie so Selbstvertrauen und Sicherheit. Tauschen Sie auch spielerisch die Rolle mit ihrem Kind und lassen Sie sich von ihm zur Schule führen,.

  • Geben Sie den Kindern die Chance, Erfahrungen zu sammeln. Nutzen Sie bei beispielsweise bei gutem Wetter die Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen.

  • Denken Sie daran: es läuft nicht immer alles nach Plan. Baustellen, eine gesperrte Unterführung oder eine ausgefallene Fußgängerampel können den Schulweg merklich verlängern.

  • Kinder sollen grundsätzlich auf Wegen für Fußgänger gehen und Straßen nur an übersichtlichen Stellen – an Ampeln, Mittelinseln oder Zebrastreifen – überqueren. Auf Gehwegen sollten Kinder innen gehen, nicht am Straßenrand.

  • Beim Überqueren einer Straße erst dann losgehen, wenn alle Fahrzeuge stehen.

  • Nehmen Sie lieber einen kleinen Umweg in Kauf – der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste.

  • Denken Sie daran, dass der sichere Schulweg schon viel früher beginnt: Kinder sollten nicht in Zeitnot geraten, denn unter Zeitdruck passieren Fehler: Lieber also ein paar Minuten früher aufstehen!

  • Machen Sie keine Fahrdienste mit dem Auto. Frische Luft und Bewegung am Morgen machen munter und sind ein optimaler Start für den Schultag. Außerdem lernen Kinder nur so, sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Dazu kommt, dass die Kolonnen von Eltern-Autos, die sogenannten Eltern-Taxis, immer wieder für gefährliche Situationen und Chaos vor dem Schulgelände sorgen.

  • Denken Sie bereits jetzt an die kommende dunkle Jahreszeit. Kinder sollten immer helle und reflektierende Kleidung tragen.

Vorbild sein

Erwachsene sollten immer, aber insbesondere zu Beginn des neuen Schuljahrs, auf ein vorbildliches Verhalten achten, erinnert die Polizei – vor allem an Fußgängerüberwegen oder Ampeln, aber auch beim Heranfahren an einen Zebrastreifen.

Weitere Informationen zur Sicherheit im Straßenverkehr gibt es unter www.gib-acht-im-verkehr.de und unter www.schuetze-dein-bestes.de