Im Moment gönnt sich Anke Paulick in beruflicher Hinsicht eine kleine Auszeit. Bald soll es jedoch mit neuen Projekten weitergehen. „Ich bin wieder offen für Neues“, sagt sie. | Foto: Fabry

Die Auszeit ist vorbei

Anke Paulick: Powerfrau mit digitalen Visionen

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„Mich reizen die sozialen Themen. Im Ehrenamt ist das sehr spannend“, sagt Anke Paulick, die Aufsichtsratsvorsitzende bei der Karlsruher Ehe-, Familien- und Partnerschaftsberatung ist. Die vergangenen 20 Jahre hat sie mit Digitalthemen für große Firmen wie Lufthansa, Amadeus oder 1&1 verbracht.

Zeit für ihre Kinder und ihren Mann

„All die Jahre war ich voll berufstätig und habe Unternehmen gezeigt, wo sie ihre Kunden finden“, sagt sie. Gerade hat sie die Online-Plattform „Wohnen im Alter“ in sehr gute Hände gegeben und nun nimmt sie sich etwas Zeit für sich, ihren Mann und die drei Kinder. Lange wird die Auszeit nicht dauern, denn sie sagt schon jetzt: „Ich bin wieder offen für Neues.“

Großes Angebot an IT-Arbeitgebern

Die gebürtige Hessin hat Betriebswirtschaftslehre und Tourismus studiert und ihren Master in Oxford gemacht. Ihren Mann hat sie bei der Arbeit in Südfrankreich an der Côte d’Azur kennengelernt, seit 2006 leben sie gemeinsam in Durlach. Dass es den beliebten Karlsruher Stadtteil getroffen hat, war mehr dem Zufall geschuldet. Die Familie fühlt sich hier sehr wohl. Seit zwei Monaten lebt zudem auch eine der Omas hier. Besonders an Karlsruhe gefällt der 42-Jährigen, dass es in der Technologieregion so viele IT-Arbeitgeber gibt und, dass sie in der Fächerstadt so gut wie alle Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen kann.

Was zeichnet die junge Frau aus? Sie ist ein visionärer Mensch, der es liebt, Dinge zu gestalten und der den kollegialen Austausch auf Augenhöhe pflegt. „Ich sehe Digitalisierung nicht nur als reine Zurverfügungstellung von Software und Lösungen. Sie ist mehr. Sie verändert das komplette Arbeiten“, erklärt die IT-Expertin. „Arbeitsplätze sehen künftig ganz anders aus.“ Die Powerfrau möchte Menschen einfache digitale Lösungen an die Hand geben, die den Alltag erleichtern und benutzerfreundlich sind. Ihre Stärke: Sie bringt verschiedene Geschäftspartner und Menschen zusammen, wo andere zunächst denken, dass es nicht passt und zusammengehört – vielleicht, weil sie weiter in die Zukunft blickt als andere. Sicherlich kommt ihren Kunden bei dem digitalen Wandel zu Gute, dass sie selbst keine Schulungen und Softwareeinweisungen mag.

Anke Paulick bringt zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammen gehört. | Foto: Fabry

Persönliches Netzwerken ist der Macherin, die sich neben dem Cyberforum bei den Wirtschaftsjunioren Karlsruhe und dem Frauen Business Club engagiert, ohnehin ein großes Anliegen. Als Mentorin des Cyberforums schätzt sie immer wieder Geschäftsideen auf ihre Marktfähigkeit ein. Ein Unternehmen gegründet hat Paulick übrigens 2004 auch einmal selbst. Finanziert durch die Schweizer Rentenkassen wollte sie Service-Wohnen für alle anbieten und nach Deutschland bringen. Doch dann kam die Immobilien- und Finanzkrise dazwischen. Noch einmal selbst zu gründen schließt sie jedoch nicht aus.

Vorliebe für Biografien und Businessbücher

Wenn sie als Vollzeitberufstätige und Mutter etwas Zeit für Hobbys hat, entspannt sie beim Schwimmen, liest historische Bücher, Biografien oder englische Businessbücher und kocht. „Dabei muss man nicht nachdenken. Ich brauche meist kein Rezept, das bringt mich nach der Arbeit etwas runter“, sagt die Wahl-Karlsruherin, die in Frankreich richtig gut kochen gelernt hat. Da sie lange dort gearbeitet habe, fühle sie sich dem Land sehr verbunden und gehe auch gerne dort einkaufen.

Mit dem VW-Bus quer durch Europa

Abschalten ist auch im Urlaub angesagt: weitestgehend ohne Digitalisierung, dann zieht es die Familie mit dem VW-Bus ohne Zeitplan quer durch Europa. Wandern kommt dabei seit die Kinder da sind allerdings etwas zu kurz. Doch dafür gibt es beim Alltag in Karlsruhe die kurzen Wege, die sie aktiv und kraftvoll hinter sich bringt.