Malik Batmaz | Foto: GES

„In guten Gesprächen“

KSC hofft auf Bekenntnis von Batmaz

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Am Mittwoch bekamen die Fußballer des Karlsruher SC und ihr Trainerteam Besuch auf dem Trainingsplatz. Etwa 80 Kinder der KSC-Fußballschule stürmten die Szenerie, wo die Umschwärmten vorbereitet waren. Sogar Autogrammkarten hatten sie rasch am Mann.

Für Malik Batmaz ist diese Art der Zuneigung noch ziemlich neu, Autogrammkarten besitzt er noch nicht. Dafür aber die Sympathie des Cheftrainers Alois Schwartz. Ein „fast zu demütiger Mensch“ sei der 18-Jährige, „charakterlich einwandfrei“. In dem Gewerbe, in dem sich Batmaz durchsetzen möchte, ist das eine Erwähnung wert.

„Was andere nicht haben“

Wie schnell sich Teenager mit Talent darin verlieren, zahllos sind die Beispiele im Fußball. Profit-orientierte Berater, die den Nachwuchskickern und deren Eltern etwas von ihren künftigen Traumvereinen, Traumautos und Traumstränden erzählen. Und verzogene Schüler die all das gerne glauben und vergessen, was Demut bedeutet.

Im Fußball sei man „nie perfekt“, immer gebe es etwas, um sich zu verbessern und daher trainiere ich immer sehr gerne und sauge auf, was geht“, hatte Batmaz unlängst geäußert. Der gebürtige Brettener macht in der Tat einen geerdeten Eindruck, scheint sich dem Metier ohne Flausen und anständig beraten zu nähern. Neben dem Platz wirkt der 1,77 Meter große Rechtsfuß eher scheu, darauf explosiv. „Er hat etwas, das andere nicht haben“, sagt KSC-Sportchef Oliver Kreuzer, „technisch gut, er hat brutale Kraft und unglaubliches Tempo.“ Das Geschick, „Bälle fest zu machen“, nennt Kreuzer auch.

Erster Profi-Kontakt mit 16

Unter Beobachtung der Profiabteilung stand Batmaz, der im Sommer 2015 aus der Jugend des SV Sandhausen in den Wildpark wechselte, länger. Schon im Januar 2017, damals erst 16, hatte ihn der damalige Trainer Mirko Slomka ins Trainingslager der Profis nach Spanien mitgenommen. In den Vordergrund spielt sich Batmaz, der als Mittelstürmer wie auf beiden Flügeln eingesetzt werden kann, dieser Tage: Zwar ist die U19 des KSC nicht im DFB-Pokal vertreten und hat daher spielfrei – und doch lässt sich absehen, dass man deren Stürmer am Samstag um 14 Uhr in Fußballschuhen antreffen wird: Auf der Reservebank der Heimelf im Wildparkstadion, bei den Profis, die gegen die Sportfreunde Lotte ihren ersten Heim-Dreier in dieser Drittliga-Saison einfahren wollen.

Vertragssituation noch offen

Beim 0:6-Debakel im DFB-Pokal gegen Hannover 96 hatte Batmaz seine Pflichtspielpremiere bei den Profis. 13 Minuten dufte er ran. In Kaiserslautern brachte ihn Schwartz am Samstag für die letzten 20 Minuten, ein Ligadebüt vor fast 30 000 Zuschauern auf dem „Betze“. Der türkische Junioren-Nationalspieler hat seine Sache gut gemacht. Seit letzter Woche trainiert er regelmäßig bei den Profis mit. Das Signal: Man rechnet mit ihm und hofft, dass er in den nächsten Wochen einen Profivertrag unterschreiben wird. Andernfalls könnte Batmaz sehr schnell weg sein. „Ich stehe mit seinem Berater in sehr guten Gesprächen“, versichert der am Dienstag in den Griechenland-Urlaub abgeflogene Kreuzer, der nicht vergisst, an Eric Jansen, Stephan Mensah und den zuletzt verletzt zurückgeworfenen Marco Pasalic zu erinnern – weitere Talente des 2000er Jahrgangs. Keine Frage: ein ganz guter.