Die Internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst lockt jährlich rund 50 000 Besucher in die Fächerstadt | Foto: Rösner

Karlsruher Galerien begeistert

„Super gelaufen“

Anzeige

Solche Nachbarschaft hat man gern: Thomas Riegger, Mitbegründer der Meyer Riegger Galerie (H2/B09), weist auf eine große Wand: Dort hat die Galerie van der Koelen, Mainz (H2/B11) eine großflächige Arbeit von Daniel Buren angebracht, dem wohl prominentesten Vertreter französischer Konzeptkunst. Seine Interventionen mit den charakteristischen 8,7 Zentimeter breiten Farbstreifen waren mehrmals auf der Documenta in Kassel, aber auch 2011 in einer großen Ausstellung der Kunsthalle Baden-Baden zu sehen.

„Sieht doch gut aus“, sagt der Galerist, dem nicht zuletzt eines wichtig ist: eine internationale Anbindung der art Karlsruhe. Wenn ein zu sehr regional dominierter, vor allem aber durch gefällige Kunstnettigkeiten bestimmter Eindruck von der Messe entstehe, dann schlage das zurück auf das Gesamtimage: Im Kunstbetrieb entstünde dann der Eindruck, auf einer art Karlsruhe seien keine seriösen und bedeutsamen Positionen der Gegenwartskunst zu finden.

Ausdrucksstarke Arbeiten von Miriam Cahn

Einem solchen (möglichen) Vorurteil wirken Meyer Riegger durch das Angebot an ihrem Stand entgegen – mit einem großen Werk von Franz Ackermann, der noch, und mit Arbeiten von Meuser, der nicht mehr an der Karlsruher Kunstakademie lehrt. Auch sehr ausdrucksstarke Arbeiten der Schweizerin Miriam Cahn sind hier zu sehen.

Duo Meyer Riegger bleibt mit Hauptstelle in Karlsruhe

Das Duo Meyer Riegger ist in Berlin mit einer Galerie präsent, hat sich aber erst jüngst entschieden, ihre Hauptstelle in Karlsruhe zu belassen. Insgesamt sind vier Galerien aus der Fächerstadt auf der art präsent, unter ihnen die Galerie Knecht und Burster (H3/F12). Alfred Knecht ist schon lange als Galerist aktiv, jetzt bietet er zusammen mit seiner Mitinhaberin Rita Burster eine one-artist-show mit Malereien von Elke Wree. Die Künstlerin zeigt mit Werken wie „Dawn“ oder „Solona Valley“, dass sie sich nach wie vor intensiv mit ihrem Metier befasst.

Sehr gute Resonanz

Knecht zeigt sich denn auch über den bisherigen (noch kurzen) Verlauf der Messe allemal zufrieden: „Bisher gab es sehr gute Resonanz“, sagt der Galerist und verweist darauf, dass er mit Achim Däschner oder Ingo Ronkholz auf „zurückhaltende, eher kontemplative“ Positionen in der zeitgenössischen Kunst setzt. Allerdings nicht nur, wie der von Knecht und Burster belegte Skulpturenplatz zu erkennen gibt: Dort hat der Bildhauer Daniel Wagenblast ein unterhaltsames Environment inszeniert. Der in der Region etwa durch eines seiner Kopfübermännchen auf einem Ettlinger Verkehrskreisel bekannte Bildhauer hat sogar eine Parkbank in seine Platzgestaltung integriert. Insofern stimmt das auch bei ihm mit dem Attribut „kontemplativ“.
Den Begriff wird man auf die Malereien von Jochen Schambeck, der bei artpark (H2/E31) ausstellt, spontan wohl eher nicht anwenden. Schambeck setzt die Farbe mit voller Verve auf die Leinwand. Und doch sind das keine bloßen Materialexplosionen, die er Betrachtern vor Augen stellt. Vielmehr erweisen sich seine Malereien als raffinierte Kompositionen, die zu vertieftem Betrachten einladen. Ganz auf visuelle Knalleffekte setzen hingegen einige der Künstler, die Michael Oess von der Neue Kunst Gallery (H2/D25) im Programm führt. Mit einigem Erfolg, wie er erklärt. Bereits am Tag der Preview sei alles „super gelaufen“, wie er betont.

Großes Interesse an Arbeiten von Döring

Besonders großes Käuferinteresse bestand offenbar bei den Arbeiten von Döring, der mit seiner farbintensiven Arbeiten im weitesten Sinn der Pop Art zugerechnet wird. Einer seiner Kunden sei sogar durch diese Zeitung auf ihn aufmerksam geworden.