Wildschwein @ Das Fest | Foto: Falkner

Walking Act Wildschwein

Auf dem „Fest“ die Sau rausgelassen

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Wer über das „Fest“-Gelände spaziert, dem könnten zwei absonderliche Gestalten begegnen. Nun ja, zugegeben, absonderliche Gestalten sind auf dem „Fest“ einige unterwegs. Das Besondere an diesen beiden Herren aber: Sie kommen direkt aus der Steinzeit.

„Wildschwein“ heißt der Walking Act des niederländischen Performance-Künstlerduos Krist-Doo. Grunzend, knurrend und am-Kopf-kratzend wackeln sie auf ihrem Stoff-Wildschwein über das Gelände. Die beiden Niederländer verkörpern die beiden Höhlenmenschen Urki und Baraka, die in einem dunklen Wald ein Wildschwein fanden und auf diesem nun durch die Zeit hindurch in die Gegenwart geritten sind. Aber ganz ehrlich: Eigentlich ist dieser Hintergrund ganz egal. Hier geht es um den Spaß an der Sache, um die Faszination an sich. „Wildschwein“ ist eine charmante Kleinigkeit inmitten des „Feld“-Trubels, und das macht den Act auf Stelzen auch charmant.

Wildschwein @ Das Fest | Foto: Falkner

Wohin es sich auch wendet, sorgt das Wildschwein mit seinen beiden „Reitern“ auf dem „Fest“ bei Kindern für staunende Blicke, bei Jugendlichen für Grinsen und bei Erwachsenen für Neugier. Fragende Blicke werden gewechselt – „Wie machen die das?“, fragen sich die Zuschauer tuschelnd. Die beiden Reiter von Krist-Doo lassen sich nicht aus der Ruhe bringen: Sie knurren, strecken die Arme, und posieren zähnefletschend für die vielen Kameras, die ständig auf sie gerichtet sind. Hier geht es nicht nur um die große Show, das ist ihre Botschaft. Auch an den Kleinigkeiten kann und darf man seinen Spaß haben. Und wenn es dabei einmal primitiv wird – was ist schon dabei, einfach mal die Sau rauszulassen?