„Wir haben oft Projekte gemacht, die wir uns zwar zugetraut haben, aber die zu Herausforderungen geführt haben, die für uns Neuland waren", sagt Dirk Fox. | Foto: momo

„Digitale“ Jugendförderung

Den Nachwuchs im Auge

Die Mittagspause verbringt Dirk Fox (52) am liebsten im Karlsruher Zoo. Dort geht der IT-Sicherheitsexperte spazieren oder entspannt mit Hörbüchern. Eine Jahreskarte besitzt er schon seit rund 25 Jahren. Diese Auszeit ist dem Geschäftsführer einer Beratungsfirma für IT-Sicherheit besonders wichtig. Mindestens genauso wichtig ist es dem studierten Informatiker, Karlsruhe als IT-Sicherheitsstandort zu positionieren. Der Vater von drei Söhnen engagiert sich in vielen Bereichen. Diese teilen glücklicherweise seine Technikbegeisterung und sind in seine Fußstapfen getreten. „Es ist toll, dass ich das mit meinen Kindern machen kann“, sagt er. Einer der Söhne betreut sogar eine Technik-AG, die Fox ins Leben gerufen hat.

Fox will die MINT-Berufe nach vorne bringen

Denn Fox’ Herzensangelegenheit ist es, Kinder und Jugendliche früh mit IT in Kontakt zu bringen und den Nachwuchs zu fördern. Wenn er davon erzählt, strahlt er und es sprudelt nur so aus ihm heraus. „Ich möchte die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Anm. d. Red.) nach vorne bringen. 25 Prozent aller Arbeitsplätze in Baden-Württemberg sind in diesem Bereich, deutschlandweit sind es 20 Prozent“, sagt er. „So viele Absolventen haben wir gar nicht.“

 

Eine aussichtsreiche Leidenschaft

Deshalb hat der Unternehmer, der auch Vorstandsmitglied im Karlsruher Cyberforum ist, vor dreieinhalb Jahren eine Technik-AG am Bismarck-Gymnasium initiiert. „Ich habe das an der Schule meiner Söhne angeregt, mittlerweile ziehen viele Lehrer und Eltern mit“, erzählt er. Inzwischen kamen 18 Schulen und insgesamt 90 000 Euro an Sponsorengeldern hinzu. Anfragen von weiteren sieben Schulen stehen aus. „Wir treffen uns alle zwei Monate und koordinieren das“, sagt er. In den Grundschulen mussten die AGs zum Teil schon erweitert werden „Viele Eltern rufen mich an und sagen, dass die Arbeitsgemeinschaft für die Kinder das Ein und Alles ist. Sie lernen durch sie langfristig an Projekten zu arbeiten“, so Fox, der sich – wenn es die Zeit zulässt – immer wieder gerne die Arbeitsgruppen anschaut und diese besucht. Fox’ Ziel ist, dass Schüler in den dritten und vierten Klassen mit ganz einfachen Mitteln Programmieren lernen. In die Förderung von Sport oder Musik werde viel investiert, nur Technik werde seiner Meinung nach zu wenig gefördert. „Wenn wir das nicht machen, schaufeln wir uns unser eigenes Grab,“ sagt er. „Dann kommt uns das Wachstum teuer zu stehen.“ Außerdem ist es eine Leidenschaft, die aussichtsreich ist.

Sicherheit als Defizit-Bedürfnis

Beruflich beschäftigt sich Fox seit etwa 35 Jahren mit IT-Sicherheit und Datenschutz – nicht nur in seiner Funktion als Geschäftsführer von Secorvo, einem Beratungsunternehmen für IT-Sicherheit. Früher, zu Schulzeiten, war Fox selbst Hacker und hat Kopierverfahren gebrochen. „Das waren keine großen Geschichten“, sagt er. Später hat er bei der Fernmeldeaufklärung der Bundeswehr gearbeitet. In den 80er Jahren gab es dann in Karlsruhe Lehrstühle, die sich sehr früh mit dem Thema IT-Sicherheit beschäftigt haben. „Sicherheit ist ein Defizit-Bedürfnis bei dem man erst den Mangel empfindet“, erklärt Fox. „Erst wenn es weg ist, werden alle wach.“ 2011 gründete Fox die Karlsruher IT Sicherheitsinitiative, mit dem Ziel, den Standort als IT-Sicherheitsstandort in Deutschland bekannt zu machen. „Ende der 90er war es noch ein Nischenthema. Heute kennt sich jeder damit aus – oder eben nicht“, sagt er und lacht.

Verlässlichkeit und Authentizität sind wichtig

Für seine rund 25 Mitarbeiter starke Firma Secorvo gilt: „Mein Ziel ist es, die Qualität zu halten. Lieber klein und fein als große Masse“, so Fox. „Manchmal bin ich auch der, der es ausputzt.“ Und manchen Auftrag sagt Fox auch ab. Die Auftragslage lasse dies zu. Verlässlichkeit und Authentizität gegenüber Kunden sind ihm extrem wichtig. „Es geht darum, dass wir Projekte in ungewöhnlich hoher Qualität und mit angemessener Effizienz verwirklichen“, sagt er. Fast alle Dax-Unternehmen zählen zu seinen Kunden.

„Wir haben oft Projekte gemacht, die wir uns zwar zugetraut haben, aber die zu Herausforderungen geführt haben, die für uns Neuland waren.“ Das in der gleichen Qualität hin zu bekommen, das erwartet Fox von jedem seiner Mitarbeiter.