Die Besucher der "Open Codes"-Ausstellung können im ZKM auch Virtual-Reality-Brillen ausprobieren. Die technischen Möglichkeiten sind vielfältig.
Die Besucher der "Open Codes"-Ausstellung können im ZKM auch Virtual-Reality-Brillen ausprobieren. Die technischen Möglichkeiten sind vielfältig. | Foto: Rake Hora

Virtual Reality

Eine große „Beeinflussungsmaschine“

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Virtual Reality, also virtuelle Realität (VR), erobert seit einiger Zeit die Medienwelt. Gerade in Computerspielen wird die Technik immer häufiger eingesetzt. Ganz neu ist die Idee jedoch nicht: Bereits vor rund 20 Jahren wurden in der industriellen Produktion und zu Schulungszwecken Virtual-Reality-Brillen verwendet. „Damals war die Technik aber noch nicht so weit“, sagt Bernd Lintermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe.

Über virtuelle Realität wird viel geredet, aber nur wenige haben sie bisher selbst gesehen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er in den vergangenen Tagen ein neues Exponat in der Ausstellung „Open Codes“ fertiggestellt. „Über virtuelle Realität wird viel geredet, aber nur wenige haben sie bisher selbst gesehen“, sagt Lintermann. Das sei ein Grund, weshalb er die Besucher dazu ermutigen möchte, die Technik auszuprobieren. Er hat beobachtet, dass junge Menschen die VR-Brille eher aufsetzen als ältere und erklärt: „Je älter man ist, desto anfälliger ist man für die Seekrankheit. Manche können die Brille nur ganz kurz aufsetzen, dann wird ihnen übel.“

Benutzer wird in Handlung einbezogen

In der großen schwarzen Brille werden dem Besucher verschiedene Szenarien gezeigt: Angefangen von einem Echtzeitvideo, nachmodellierten Szenen oder einem 3D-Kugel-Panorama. Durch eine Kamera und Sensoren wird der Benutzer Teil der virtuellen Realität. Er kann sich bewegen, durch Wände gehen oder auch mit sich selbst interagieren. „Die Besucher stehen nicht vor einem Bild, sondern direkt im Bild“, so Lintermann. „Man bezieht die Handlung mehr auf sich selbst. Virtual Reality ist eine richtige Beeinflussungsmaschine.“

Auch Argumented Reality bietet viele Möglichkeiten

Er geht davon aus, dass sich im Alltagsleben jedoch eher die Augmented Reality (AR) durchsetzen wird. „Das ist nur eine Frage der Zeit und der Technik.“ Im Gegensatz zur Virtual Reality – die mit einer rundum geschlossenen Brille arbeitet – werden bei der „erweiterten Realität“ Informationen und Gegenstände direkt in die Umwelt projiziert, die der Benutzer selbst vor Augen hat. Dies funktioniert beispielsweise auch auf einem Tablet-Computer, mit dem Besucher bereits vielerorts durch eine Museumsausstellung laufen.

Ungewisser Blick in die Zukunft

Trotz der vielen Möglichkeiten, welche die virtuelle Realität auch Medizinern und Wissenschaftlern bietet, warnt Bernd Lintermann vor einer ungewissen Zukunft. Gerade was das Thema Vertrauen in Videos angeht. Denn bereits heute sei es möglich, virtuelle Filme zu erstellen, die von einer echten Videoaufnahme nicht mehr zu unterscheiden sind. Gerade für Fernsehnachrichten könne diese Entwicklung neue Fragen aufwerfen.