Lauter Knall bringt feines Ergebnis: Mit dem Fallhammer lassen sich im Technischen Museum filigrane Muster in Metall prägen. | Foto: Sandbiller

Lösung Teil 4

Goldstadtherz schlägt im Takt der Maschinen

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Die Lösung von Teil vier unseres Sommerrätsels lautet „Technisches Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie“. Obwohl es sich um ein kleines Museum handelt, haben die meisten der 11 063 Einsender richtig geraten, dass wir den 1983 ins Leben gerufenen Ort suchten, der zum Schmuckjubiläum „Goldstadt 250“ gerade wiedereröffnet wurde. Die BNN haben das Museum besucht:

Wer schon weiß, was gleich passieren wird, hält sich vorsorglich die Ohren zu. Nachdem Horst Sattler sich mit viel Kraft an das Seil des Fallhammers gehängt hat, schaut er noch einmal verschmitzt in die Runde, lässt los – und zuckt ob des Knalls nicht mit der Wimper. In seinem blaugrauen Kittel wirkt der 82-Jährige wie aus der Zeit gefallen. Horst Sattler ist gelernter Goldschmied und einer der Mitarbeiter, die das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie zu einem außergewöhnlich lebendigen Museum machen. Dort können Besucher die traditionsreiche Schmuck- und Uhrenindustrie der Goldstadt erkunden, die einst den Weltmarkt dominierte.

Viele wollen noch einmal die Atmosphäre spüren

Es kommen Schulklassen, Touristen und viele Urpforzheimer, die selbst noch in der Industrie gearbeitet haben, erzählt Museumsleiterin Cornelie Holzach: „Viele wollen noch einmal die Atmosphäre spüren.“ Die bekommen sie im „Technischen“, wie die Pforzheimer das Museum verknappt nennen, an 18 Stationen in geballter Ladung. Im Erdgeschoss befindet sich die Schmuckabteilung, im Obergeschoss greifen die Zahnräder vom Entwurf bis zur fertigen Uhr ineinander. Es riecht nach Maschinenöl, es kracht, Goldstaub liegt in der Luft. Oder Metallstaub, wenn man es genau nimmt: Anders als früher nutzen die Mitarbeiter des Museums zu Demonstrationszwecken natürlich kein echtes Gold. „Das ist nur Metall. Messing in diesem Fall“, sagt Sattler und hält das rechteckige, dünne Plättchen prüfend gegen das Licht. In das 0,03 Millimeter starke Messingstückchen hat der Fallhammer in filigranen Linien die Form eines kleinen Elefanten gepresst.

Fantastischer Bestand

Der Fallhammer mag eine der eindrucksvollsten Techniken zeigen, doch es ist nur eine von vielen. „Das Technische Museum hat einen fantastischen Bestand“, betont Cornelie Holzach. Und der berge in gewissem Maße die Identität der Stadt in sich. So können Besucher in verschiedenen Stationen den gesamten Entstehungsprozess von Schmuck und Uhren nachvollziehen. Die Mitarbeiter zeigen ihr Können als Goldschmiedin oder Stahlgraveur, als Guillocheurin oder Kettenmechaniker an Arbeitsplätzen mit historischen Maschinen.

Haus ist ein Schmuckstück für sich

Den Kettenmaschinen kommt laut Holzach besondere Bedeutung zu: Sie stehen beispielhaft für die Glanzzeit der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie – und den Rätselort, an dem heute die „DNA der Goldstadt“ präsentiert wird. Das Kollmar & Jourdan-Haus ist ein Schmuckstück für sich: Mit grün glasierten Keramikziegeln ist es zu einem der bekanntesten Gebäude der Stadt geworden, das seit 1983 das Technische Museum beherbergt. Früher war dort die Schmuckfabrik Kollmar & Jourdan untergebracht.

Ein echter Hingucker: Das Kollmar & Jourdan-Haus. | Foto: Sandbiller

1885 startete das Unternehmen mit einer Handvoll Mitarbeiter. 1910 arbeiteten rund 2 000 Menschen in der damit größten Uhrkettenfabrik der Welt – so viele Schmuckarbeiter wie heute in ganz Pforzheim. 11 000 sind es zusammen mit dem Enzkreis. Denn obwohl noch immer fast 80 Prozent des Schmucks in Deutschland aus der Goldstadt kommen: Seit den 70er-Jahren ist der Glanz der Industrie am Verblassen, der Zweig in der Krise. Die Firma Kollmar&Jourdan ging 1977 in Konkurs.

Der Herzschlag der Goldstadt

Herbert Augenstein ist eigentlich gelernter Silberschmied. Den Nachbau einer Kettenmaschine der Firma Witzenmann aber bedient der Mitarbeiter mit links. Auf die Frage nach seiner Ausbildungsstätte winkt er ab. „Ach, lange zu, kennt kaum einer mehr“, sagt der 75-Jährige und legt den Schalter um. Zu hören ist gewissermaßen der Herzschlag der Goldstadt: Die einzelnen Teile der Kettenmaschine setzten sich rhythmisch klackernd in Bewegung, drehen, knipsen und biegen den Kupferdraht in Kettenform. Es waren Innovationen wie diese, die Pforzheim um 1900 zu Weltruhm verhalfen. Das Modell ließ sich Witzenmann 1872 patentieren. 30 Meter „Colonnekette“ laufen in der Stunde aus der Maschine. Getragen wurden die Ketten hauptsächlich von Männern, die damit an ihren Taschenuhren festhielten. „Die neuen Maschinen schaffen vielleicht 53 Meter. Fast das Doppelte“, erklärt Augenstein. Überflüssig ist der Mensch trotz innovativer Weiterentwicklungen jedoch nie geworden: „Man muss schon darauf achten, dass der Draht ordentlich läuft oder neue Rollen einlegen.“

Die Zukunft im Blick

Auch wenn im „Technischen“ vorrangig die Geschichte der Goldstadt lebendig bleibt, ist seit dem Umbau ein Bereich der Zukunft gewidmet: Den Tüftlern, die das Erbe der Goldstadt auf ihre Art bewahren. Im „Innovationsbereich“ präsentiert das Museum Unternehmen, die aus der Traditionsindustrie erwachsen sind, sie aber weiterentwickelt oder sich neu orientiert haben. Von dort wird der Besucher im Eingangsbereich abgeholt – und in die Geschichte der Traditionsindustrie geführt.

Das Technische Museum ist mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. www.technisches-museum.de

DIE GEWINNER DER WOCHE:  Den Hotelpreis der Woche mit zwei Übernachtungen für zwei Personen, Frühstück, Abendessen und Wellnesspaket im Hotel Vier Jahreszeiten am Schluchsee hat Andrea Hettinger aus Kraichtal gewonnen.
Gutschein über eine Ballonfahrt (plus Ballonfahrertaufe): Thomas Dantes (Waghäusel).
Je zwei Plätze beim ADAC-Fahrsicherheitstraining: Thomas Rieger (Gaggenau), Susanne Neumaier (Sulzfeld).
Je ein Familientickets plus Parcours-Mitfahrt im Unimog-Museum Gaggenau: Helga Buettner (Ettlingen), Werner Holzwarth (Stutensee).
Zwei Wochenendtickets für ADAC GT Masters (22.-24. September) auf dem Hockenheimring : Reinhard Keck (Rheinau).
Je zwei Karten plus eine exklusive Führung für die Cézanne-Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe: Ulrich Becksmann, Hartmut Graf, Ute Müller (alle Karlsruhe), Guido Böhr (Ispringen), Gerd Dochat (Bad Schönborn), Elmar Ehrle (Ettlingen), Jorge Gonzalez (Sasbach), Susanne Grechner (Pfinztal), Brigitte Moser (Pforzheim), Elisabeth Tirolf (Philippsburg).
Ein Drei-Gänge-Menü für zwei Personen im Kesselhaus Bistro: Sarah Linder (Neulingen-Bauschlott).
Zwei Tageskarten Pfitzenmeier Fitness: Kirstin Schön (Bretten).
Fünf Karten für den BNN-Familienblock beim KSC-Spiel gegen die Würzburger Kickers am 14. Oktober: Reinhard Ihli (Malsch).
Je zwei Tickets für eine Brotzeit-Führung der Alpirsbacher Brauwelt: Ulrike Brauch (Karlsruhe), Josef Theilacker (Ubstadt-Weiher).
Zwei Freikarten für das Kino Forum Rastatt: Andreas Schottmüller (Bühl).
Je zwei Freikarten für das ZKM Karlsruhe: Anita Dobschat-Oeder (Malsch), Christina Hörner, Jürgen Röltgen (Bruchsal), Matthias Neumann (Waldbronn), Angela Schulz (Karlsruhe).
Zwei Karten für das Stück „Für Geld tun wir alles“ mit Mirja Boes am 13. Oktober im Rantastic in Haueneberstein: Frank Frietsch (Bühlertal).
Zwei Eintrittkarten für die Badisch’ Bühn in Karlsruhe (die Karten sind gültig für eine Vorstellung bis 31. Dezember): Gisela Blumhofer (Forst).
Drei Freikarten für den Baumwipfelpfad plus Rutschentickets: Brigitte Rimmelspacher (Bruchsal).
Zwei Tageskarten für die Saunalandschaft inklusive Therme im Thermarium Bad Schönborn: Werner Schröder (Sasbach).
Zwei Tageskarten für das Palmenparadies Badewelt Sinsheim: Josefina Wagner (Bruchsal).
Fünf Freikarten für das Sea Life Speyer: Ellen Vogel (Bretten).
Zweimal je zwei Gutscheine für das Gasometer in Pforzheim: Hildegard Stefan (Karlsbad), Wolfgang Müller (Pfinztal).
Ein Buch des Autors Mario Ludwig: „Genial gebaut! Von fleißigen Ameisen und anderen tierischen Architekten“: Helmut Griebel (Kuppenheim).
Ein Buch des Autors Mario Ludwig: „Gut gebrüllt! Die Sprache der Tiere“: Ernst Schutter (Karlsruhe).
Das Buch „Nicht jeder kann ein Kätzchen sein“ von Mario Ludwig: Sigrun Heger (Eggenstein-Leopoldshafen).
Ein Weinlesebuch aus dem Info-Verlag und das BNN-Wanderbuch „Rhein-Reben-Ruinen“: Gisela Herschel (Eisingen).
Je ein BNN-Wanderbuch „Rhein-Reben-Ruinen“: Klaus Gomppner (Stutensee), Brigitte Klug (Waghäusel), Harry Merz (Ettlingen), Kirstin Schön (Bretten), Maya Stadtmüller (Rheinstetten).
Je ein Buch „Karlsruhe – Eine Stadt erleben“ aus dem Info-Verlag: Gudrun Guth (Eggenstein-Leopoldshafen), Irmgard Hertweck (Au am Rhein), Isolde Nees (Dettenheim), Werner Nold (Ötigheim), Gustav Schumacher (Karlsruhe), Werner Seidel (Karlsruhe).
Je einmal das Buch „Mol gucke“ aus dem Silberburg-Verlag: Renate Bässler (Lichtenau), Rita Molitor (Östringen), Jürgen Müller (Bühl), Ingrid Sauder (Stutensee), Brigitte Thaler (Karlsruhe), Peter Wittig (Gaggenau).
Je ein Buch „Nationalpark Schwarzwald“ aus dem Silberburg-Verlag: Manfred Adelmann (Karlsruhe), Marianne Dahringer (Malsch), Hans-Ulrich Frank (Karlsbad), Hans-Dieter Köser (Pfinztal), Petra Oser (Sinzheim)                 Alle Gewinner werden direkt von der Redaktion benachrichtigt und erhalten ihre Gewinne in den nächsten Tagen per Post zugeschickt.

 

Hier gibt es eine Übersicht über die attraktiven Preise dieser Woche:

Das BNN Sommerrätsel

Unser BNN-Sommerrätsel läuft dieses Jahr unter dem Motto „Faszination Technik – von Riesen und Winzlingen. Sechs Rätselfolgen haben wir für Sie vorbereitet, unsere Serie führt Sie zu sehr unterschiedlichen Technik-Attraktionen.

Jede Woche verlosen wir attraktive Preise, von Hotelübernachtungen über Treffen mit Prominenten bis hin zu Eintrittskarten für kulturelle Einrichtungen. Die neue Rätselfrage erscheint jeweils montags in den BNN und die Auflösung verraten wir samstags.

Zudem wird am Ende unter allen Einsendungen der Sommerhauptpreis verlost – eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff AIDAperla.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Raten – und viel Glück bei der Verlosung!

Und hier gibt es ein Video vom Sommerrätsel-Hauptpreis: