Klassiker und neue Materialien, aber vor allem Stücke von Künstlern mit Bezug zur Goldstadt sind in der neuen Dauerausstellung im Schmuckmuseum zu sehen. | Foto: Wacker

Ausstellung im Schmuckmuseum

Auftritt für schlummerndes Kleinod

Auf visionäre Spurensuche in der eigenen Sammlung hat sich das Schmuckmuseum begeben, Querverbindungen der Schmuckgeschichte in die Goldstadt verfolgt und schlummernden Kleinodien zu einem neuen Auftritt verholfen: Das Museum widmet die moderne Sammlung in der Dauerausstellung ein Jahr lang den „Künstlern, Visionären und Vorbildern aus Pforzheim“.
Das liegt nicht nur nahe, weil die Goldstadt in diesem Jahr ihr Jubiläum feiert: „Sondern weil man hier wirklich aus den Vollen schöpfen kann“, sagt Kunsthistorikerin Julia Kleinbeck, die die Ausstellung kuratiert hat, bezüglich der Sammlung. Bei der inhaltlichen Zusammenstellung und Durchforstung der Biografien sei sie immer wieder über überraschende Bezüge gestolpert: „Es ist möglich, allein mit Pforzheimern die ganze Geschichte des modernen Schmucks zu erzählen“, sagt Kleinbeck.

Pforzheimer Schmuckünstler mit internationaler Bedeutung

Von den knapp 400 Schmuckkünstlern mit Pforzheimbezug ist in der Ausstellung eine Auswahl von über 100 Stücken zu sehen. Viele Sammlungsstücke stammen von Goldschmieden und Schmuckkünstlern, die mit der Hochschule zu tun haben, sei es als Lehrer oder als Studenten, erzählt Museumsleiterin Cornelie Holzach: „Es sind im Lauf der Jahrzehnte erstaunlich viele, die internationale Bedeutung erlangten.“ Holzach nennt etwa Reinhold Reiling und Klaus Ulrich, die beide die Anfangsjahre der Fachhochschule prägten wie später Rüdiger Lorenzen und Johanna Dahm. Es sei reizvoll gewesen, die Pforzheimer Künstler in den großen Kontext zu setzen.

Ein Jahr lang zeigt das Schmuckmuseum die Stücke mit Pforzheimbezug.
Ein Jahr lang zeigt das Schmuckmuseum die Stücke mit Pforzheimbezug. | Foto: Wacker

Dauerausstellung als Hommage an die Hochschule

Die Ausstellung würdigt damit nicht nur die Pforzheimer Künstler. Sie ist auch eine Hommage an das 140-jährige Bestehen der Hochschule, die 1877 als Herzogliche Kunstgewerbeschule gegründet wurde, wie Hochschulprofessor Andi Gut unterstreicht, dessen Schmuckstücke ebenfalls in der Ausstellung zu betrachten sind.
Der Pforzheimbezug jedoch ist nur Grundlage: Der Blick in die Vitrinen zeigt vor allem Akzente, die die Künstler in der Vergangenheit setzten – und erzählt vom Konflikt zwischen Kunst und Industrie, neuem Schmuck nach 1950 bis hin zur Schmuckkunst, die gewohnte Materialien hinterfragt und Grenzen auslotet.

Die Dauerausstellung ist nicht nur ein Geschenk zum Pforzheimer Jubiläum, sondern auch für die Kinder der Goldstadt: Die kommen bis Jahresende an einem Tag in der Kalenderwoche ihres Geburtstages gemeinsam mit einer Begleitperson kostenlos in das Museum. Nötig ist dafür nur der Ausweis, der den Geburtstag und Pforzheim als Wohnort bestätigt.
Weitere Infos gibt es beim Schmuckmuseum Pforzheim.