Auf der Flucht erschlagen
TRAURIGE GESCHICHTE: Der Mann, dessen Skelett von einer Wissenschaftlerin untersucht wird, kam bei der Flucht vor dem Vulkan Vesuv ums Leben. | Foto: dpa

2000 Jahre altes Skelett

Auf der Flucht erschlagen

Anzeige

In Pompeji in Italien haben Archäologen jetzt das Skelett eines Mannes gefunden, der von einem riesigen Steinblock erschlagen wurde. Der tragische Unfall ist allerdings schon eine Weile her – fast 2 000 Jahre. Die Ausgräber glauben, dass der Mann im Jahr 79 nach der Geburt Jesu gestorben ist. Damals brach in Italien der Vulkan Vesuv aus. Die Stadt Pompeji (am Südwestrand von Neapel gelegen) und mehrere Nachbarorte wurden unter der Aschewolke begraben. Viele tausend Menschen kamen dabei ums Leben. Zu ihnen gehörte wohl auch der Mann, dessen Skelett jetzt bei neuen Ausgrabungen gefunden wurde. Die Wissenschaftler haben die Knochen genau untersucht und festgestellt, dass der damals 30-Jährige eine Behinderung am Bein hatte. Als der Vulkan zu brodeln begann, wollte er fliehen. Doch er war nicht schnell genug. Von der Wucht der Eruption (so nennt man einen Vulkanausbruch) wurden auch dicke Steinbrocken durch die Luft gewirbelt, einer davon traf den Flüchtenden am Kopf.

3D-Foto aus der Vergangenheit

So traurig es klingt, aber das schreckliche Unglück der Menschen von damals ist für Geschichtsforscher von heute ein Glücksfall. Die Asche, die sich nach dem Vulkanausbruch über die zerstörten Städte und die Toten legte, konservierte alles. Es ist, als wäre die Zeit stehengeblieben und das Leben am Tag des Unglücks in einem 3D-Foto eingefroren. Deshalb können sich Forscher ein ziemlich genaues Bild davon machen, wie es damals aussah. Viele Menschen in Pompeji lebten in kleinen Wohnungen über einem Laden. Sie hatten keine Küchen und keinen Wasser­anschluss. Zum Essen traf man sich beim Straßenimbiss und das Wasser holte man sich am Brunnen.