Da fehlt doch was?
WO IST DENN DER ZWEITE TURM? Ein Blitzschlag hat den Turm der Basilika Saint Denis bei Paris zerstört. Jetzt wird er wieder aufgebaut. | Foto: odt/Saint Denis

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Da fehlt doch was?

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Fast alle Könige und Königinnen, die es in Frankreich jemals gab, sind in der Basilika Saint Denis bei Paris beerdigt. 43 Könige, 32 Königinnen und mehr als 60 Prinzen und Prinzessinnen sollen dort im Laufe der Jahrhunderte begraben worden sein. Die große Kirche ist ein Wunderwerk der Architektur des Mittelalters. Den Baustil nennt man Gotik. In dieser Zeit baute man gerne hoch hinauf in den Himmel, auch um die Macht der Könige und Bischöfe zu demonstrieren. Die Fassaden waren meist reich verziert mit feinen Steinmetzarbeiten. Das total Verrückte war, dass die Kathedralen ganz ohne Kräne, wie wir sie heute kennen, gebaut wurden. Berühmt ist die Kathedrale Saint Denis aber nicht nur wegen ihrer Königsgräber, sondern auch durch eine andere Besonderheit: den fehlenden zweiten Turm. Vor rund 180 Jahren wurde der nördliche Turm nach einem Blitzeinschlag abgerissen.

Erlebnisbaustelle

Seitdem steht die Kathedrale nur noch mit einem da. Jetzt hat man beschlossen, den Turm originalgetreu wieder aufzubauen, um den alten Zustand herzustellen. Der Turm war damals fast 90 Meter hoch und weit über Paris sichtbar. Für den Aufbau ist eine einzigartige mittelalterliche Baustelle geplant. Besucher können dort den Handwerkern über die Schulter schauen und erleben, wie die Schmiede und Steinmetze arbeiten. Über eine große Aussichtsplattform kann man die Baustelle überblicken und hautnah dabei sein, wenn der Zwillingsturm der berühmten Kathedrale wieder „aufgesetzt“ wird. 300 000 Besucher werden pro Jahr erwartet. Eine richtige Erlebnisbaustelle also.