Die Erde ist eine Kartoffel
NICHT RUND: Unser Planet sieht eher so aus. | Foto: wikicommons

Satelliten messen wieder

Die Erde ist eine Kartoffel

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Wie viel Wasser gibt es auf der Erde? Keine einfache Frage. Dennoch wollen Forscher immer wieder herausfinden, wie groß die Wassermenge auf der Erde ist. An diesem Samstag starten deshalb zwei neue Satelliten ins All. Forscher aus Potsdam wollen die Erde neu vermessen. Die beiden Satelliten umkreisen 16-mal am Tag die Erde, um Daten zu sammeln. Wozu das alles? Mit diesen Daten können die Satelliten wichtige Informationen herauskriegen, zum Beispiel Veränderungen des Meeresspiegels und weltweite Klimaveränderungen.

Beulen und Dellen

Auf diese Weise hat man schon herausgefunden. Um wie viel die Grundwasserspeicher auf der Erde abnehmen und wie stark die Gletscher in Grönland schmelzen. Wie die Forscher an die Daten kommen? Das Ganze hat mit der Schwerkraft zu tun, genauer gesagt mit dem Schwerefeld der Erde. Das ist der Bereich um die Erde, in dem die Erdanziehungskraft wirkt. Dort wird alles durch die Masse der Erde in Richtung Erdmitte magnetisch angezogen. Im Gegensatz zur Schwerelosigkeit im All, wo praktisch alles frei herumschwebt.
Auch die beiden Satelliten werden unterschiedlich stark von der Erde angezogen. Gebiete mit geringer Anziehungskraft sind zum Beispiel dellenartige Vertiefungen, Gebiete mit großer Anziehung weisen auf Erhebungen, wie zum Beispiel Berge, hin. So bekommen die Forscher millimetergenaue Daten über die Oberfläche der Erde, zum Beispiel über Meere, Flüsse oder Täler, Gletscher oder Gebirge. Bei einem ähnlichen Projekt kam vor einigen Jahren auf diese Weise heraus, dass die Erde keine glatte Kugel ist, sondern eher einer Kartoffel ähnelt. Mit vielen Dellen und Wölbungen. Man nennt das Projekt deshalb die „Potsdamer Kartoffel“.