Die „Roten Amerikaner“ sind los!
FREMDE ART: Der rote Sumpfkrebs kommt eigentlich aus Amerika. Doch er breitet sich in Deutschland aus. Dieses Foto wurde in Berlin gemacht. | Foto: dpa

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Die „Roten Amerikaner“ sind los!

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Im Blankenlocher Baggersee herrscht nach wie vor Hochbetrieb. Und das, obwohl der Sommer schon lang vorbei ist. Nicht Badegäste sind es, die sich massenweise im See tummeln, sondern Krebse – ungebetene Badegäste, die man ganz schnell wieder loswerden will. Denn sie gehören zu den invasiven Arten. Das sind Tierarten, die aus einem anderen Gebiet oder Land eingeschleppt werden und in ihrer neuen Heimat eine große Gefahr für die dortigen Lebewesen sind. „Roter Amerikaner“ heißt die Krebsart, von der man mehr als 4 000 Exemplare allein in den letzten zwei Monaten aus dem See gefischt hat. In den Uferbereichen wurden sogenannte Reusen zum Abfangen der Einwanderer ausgelegt. Und täglich werden dort noch immer rund 50 bis 100 Krebse gezählt, die ins Netz gehen.

Aale sollen Rettung bringen

Mitarbeiter der Naturschutzbehörde hatten festgestellt, dass sich die Karpfen wegen der eingedrungenen Roten Amerikaner nicht mehr so stark vermehren. Als Gegenmaßnahme haben sie jetzt Aale in den See gesetzt, die die kleinen Krebse fressen. Der Rote Amerikaner ist aber nicht der einzige Krebs, der sich in unseren Gewässern ausgebreitet hat. Schon vor mehr als 20 Jahren wurden hier in der Gegend Kalikokrebse bemerkt, die sich ebenfalls irrsinnig schnell vermehrten. Ein kanadischer Soldat soll ein Exemplar vor der Rückkehr in seine Heimat in der Nähe des Flughafens Baden-Airpark bei Hügelsheim ausgesetzt haben. Tiere aus fremden Gebieten einfach irgendwo auszusetzen, ist verboten und kann richtig gefährlich werden. Das gilt auch für Tiere, die normalerweise in einem Aquarium leben.