Eine Bank für Kinder
HARTE ARBEIT ist für viele Kinder in armen Ländern ganz normal. Das bisschen Geld, das sie dabei verdienen, wird ihnen oft auch noch gestohlen. | Foto: dpa

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Eine Bank für Kinder

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Der 14-jährige Sheikh Sameer hat einen ungewöhnlichen Job. Er ist Direktor einer Bankfiliale in einem Armenviertel in Indien. Weil er super in Mathe ist, hat er den Job bekommen. In einem halben Jahr muss er ihn allerdings erst einmal wieder abgeben. Dann wählen die Kinder, die ihm ihre Ersparnisse bringen, einen neuen Direktor für ihre Kinderbank.

Sparen für später

Was sich wie ein Spiel anhört, ist Ernst. In Neu-Delhi wurde von der Hilfsorganisation „Butterflies“ eine Entwicklungsbank gegründet, bei der Kinder ihr Geld einzahlen und so sparen. Eine tolle Sache, die einen traurigen Hintergrund hat. In Indien können viele Kinder ihre Ersparnisse nicht einfach in ein Sparschwein stecken. Diese werden oft gestohlen. Die Diebe sind dabei nicht immer Fremde. Auch Geschwister oder Freunde nehmen sich die Ersparnisse einfach, denn in den Slums herrscht große Armut. Um das zu verhindern, können die Kinder das Geld, für das die meisten hart arbeiten müssen, auf die Bank bringen. Außerdem sollen sie so lernen, mit Geld umzugehen. Sheikh Sameer hat nach seiner Wahl einen Kurs in Buchhaltung gemacht und führt ordentlich Kassenbuch über alle Einzahlungen. Diese werden anschließend bei einer richtigen Bank eingezahlt.
Wenn die Kinder 16 Jahre alt sind, können sie das Ersparte dazu nutzen, um eine Ausbildung zu machen oder ein Geschäft zu eröffnen. Reicht es nicht aus, gibt ihnen die Hilfsorganisation einen Kredit. Aber nur, wenn alle Kinder im Projekt finden, dass der Plan gut ist und Erfolg haben kann.