Eine Stadt nur zum Üben
Keine echte Stadt: In Schnöggersburg bei Magdeburg üben Soldaten der Bundeswehr für den Ernstfall. | Foto: dpa

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Eine Stadt nur zum Üben

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In Magdeburg gibt es eine kleine Stadt, die auf den ersten Blick gar nichts Besonderes ist. Schnöggersburg liegt wie viele andere Orte an der Autobahn, hat Straßen, eine Altstadt, Kirchen, ein Krankenhaus, Viertel für ärmere Menschen, ein Industriegebiet, ein Rathaus. Und es wird an allen Ecken und Enden gebaut. Unter anderem an der einzigen U-Bahn in Sachsen-Anhalt und einer Universität. Bei näherem Hinsehen fällt allerdings auf, dass der Ort ziemlich verlassen wirkt. Weit und breit leben keine Menschen. Der Grund: Schnöggersburg ist eine Übungsstadt der Bundeswehr. Hier wird für den Ernstfall geprobt. Die Soldaten der Bundeswehr üben wie man Häuser stürmt, sich bei Straßenschlachten verhält. Dabei verwenden sie ihre Waffen mit spezieller Manöver-Munition, es kommen auch Panzer zum Einsatz. In den verwinkelten Gassen und uneinsehbaren Grundstücken können sich überall Feinde verstecken, diese gilt es zu finden. Geübt wird, wie man sich bei Einsätzen im Ausland verhält. In Deutschland ist die Bundeswehr nämlich nicht zuständig, hier kümmert sich die Polizei um Verbrecher.

Noch zwei Jahre Bauzeit

Seit 2012 wurden bereits 330 Gebäude errichtet, über 500 sollen es mal werden. 140 Millionen Euro kostet die Stadt bis sie fertig ist. Nach Bauende in zwei Jahren werden überall Sensoren und Kameras installiert. So können die Bewegungen der Soldaten und der Panzer festgehalten werden. In späteren Sitzungen der Teams sehen die Soldaten dann die Aufnahmen in 3D und sind so noch einmal mitten im Geschehen. Rund 1 000 Soldaten werden dann hier üben.