Gigantisches Archiv in Dosen
MINIKLEIN UND AUF MIKROFILM: Im Barbarastollen unter der Erde liegt das Gedächtnis des Landes in kleine Informationsrollen verpackt. | Foto: dpa

Einer der sichersten Orte Deut

Gigantisches Archiv in Dosen

Bestimmt gibt es bei Euch zu Hause im Schrank auch Familienalben mit Fotos oder eine Kiste mit Erinnerungen. Wie schön, dass man ab und zu darin stöbern kann, um zu schauen, wie Mama und Papa früher aussahen, wie Opa stolz sein erstes Auto zeigt oder ihr mit der Schultüte vor der Schule steht. Und vermutlich gibt es in dieser Sammlung auch Sportabzeichen, Urkunden, Ausweise und Ähnliches. Solche Dokumente erzählen immer eine Geschichte. Die Geschichte eurer Familie.

So wie in jeder Familie werden auch in jedem einzelnen Land wichtige Ereignisse und Dokumente aufbewahrt und in Form von Büchern oder Filmen gesichert. Im sogenannten Barabarastollen im Schwarzwald, einem ehemaligen Bergwerk, lagern die wichtigsten Dokumente unseres Landes 400 Meter unter der Erde. Und zwar als Mikrofilm. Mikrofilme sind abfotografierte Seiten, die sehr stark verkleinert werden, um sie platzsparend zu verstauen. Im Stollen sind sie erdbeben- und bombensicher geschützt und können mindestens die nächsten 500 Jahre überdauern. In mehr als 1 500 silberfarbenen Behältern lagern die Mikrofilme in Regalen dicht an dicht. Geschichte in Dosen, wenn man so will. Das sind bis jetzt schätzungsweise 900 Millionen Aufnahmen. Darunter sind Verträge, Urkunden, Briefe und Bücher. Auch berühmte Werke von Schriftstellern oder Komponisten sowie wichtige Baupläne lagern in dem unterirdischen Gang – zum Beispiel auch das Deutsche Grundgesetz. Außerdem wurden 50 Kunstwerke von 50 Künstlern in den Stollen eingelagert. Diese dürfen allerdings erst im Jahr 3504 geöffnet werden.