In den USA hat keiner ein „Handy“
WAREN DEUTSCHE WÖRTER AUSVERKAUFT? Statt für den Schlussverkauf werben viele Geschäfte für den „Sale“. | Foto: © blende11.photo / Adobe Stock

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In den USA hat keiner ein „Handy“

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Anatol Stefanowitsch ist Wissenschaftler und untersucht die deutsche Sprache. Zusammen mit anderen Experten wählt er jedes Jahr den „Anglizismus des Jahres“ aus. Diesmal haben sie sich für das Wort „Gendersternchen“ (sprich: Dschender-Sternchen) entschieden. Was das ist? Gemeint ist das Zeichen, das zwischen einer männlichen und einer zusätzlichen weiblichen Endung eingefügt wird. Früher schrieb man „Freund/-in“. Mit dem Gendersternchen sieht es nun so aus: „Freund*in“. Das Zeichen soll darauf hinweisen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Die Sprachwissenschaftler stören sich nicht an dem Zeichen an sich, sondern an dem Wort, das einfach aus einem englischen und einem deutschen Wort zusammengemischt wurde. („Gender“ ist Englisch für Geschlecht.) So etwas nennt man Angliszismus.

Cheeseburger sind keine Käsebrötchen

Aber nicht nur. Allgemein handelt es sich bei Anglizismen um englische Ausdrücke, die in eine andere Sprache eingeflossen sind. Als Mix oder auch als komplett englisches Wort. Das Wort „Cheeseburger“ zum Beispiel ist auch ein Anglizismus. Es gibt für dieses Wort einfach keine deutsche Übersetzung. Käsebrötchen wäre wohl nicht ganz richtig. Oder Onlineshop. Wie soll man das übersetzen? Und dann gibt es noch so genannte Scheinanglizismen, auch „falsche Freunde“ genannt. Das sind englische Wörter, die aber in der englischen Sprache gar nicht so gebraucht werden wie bei uns. Fragt in Amerika mal jemanden nach seinem Handy. Der wird euch mit großen Augen anschauen und nicht wissen, was ihr meint. Denn das Wort „Handy“ bedeutet in den USA etwas anderes. „Mobile phone“ wäre die richtige Übersetzung.