Kein rettender Schirm mehr
DIE EULE AUF DEM EURO zeigt an, dass diese Münze aus Griechenland stammt. Der Vogel ist ein Symbol des Landes. | Foto: © Stefan Merkle / Adobe Stock

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Kein rettender Schirm mehr

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Vor zehn Jahren hatte Griechenland sehr große finanzielle Probleme. Die Politiker in der Regierung wussten nicht einmal mehr, wie sie die Schulden des Staates zurückbezahlen sollten. Weil es dem Land so schlecht ging, wollte ihm nämlich auch keine Bank mehr Geld leihen. Da Griechenland Mitglied in der Europäischen Union ist und dort auch mit dem Euro bezahlt wird, hatten die Verantwortlichen in der Regierung Glück. Sie konnten nämlich die Hilfe des ESM in Anspruch nehmen. ESM ist die Abkürzung für Europäischer Stabilitäts-Mechanismus, kurz Rettungsschirm genannt. Er ist eine Art Firma und wurde von den Ländern gegründet, die mit dem Euro bezahlen. Alle haben so eine gemeinsame Kasse. Die Mitglieder des ESM haben in diese Kasse Geld einbezahlt. Wenn nun ein Land so große Geldprobleme hat, dass es von den Banken kein Geld mehr bekommt, springt der ESM ein. Zum einen kann sich ein Land dort direkt Geld holen. Zum anderen kann es sich aber auch bei Banken Geld leihen, denn der ESM sorgt dafür, dass die Banken das Geld in jedem Fall wiederbekommen.

Griechenland ist auf sich gestellt

Der ESM ist also eine Art Versprechen, das sich die Mitgliedsländer gegeben haben. Sie schützen sich gegenseitig vor der Pleite – so wie ein Schirm vor Regen schützt. Griechenland hatte die Hilfe beantragt und bekommen, weil die Politiker versprochen haben, dass sie streng sparen werden. Jetzt wurde das letzte Hilfspaket ausbezahlt und das Land muss schauen, dass es künftig wieder alleine seine Rechnungen bezahlt. In fünf Jahren muss es zudem seine Schulden zurückzahlen.