Plastiktüten aus Hummer?
HUMMER gilt vielen Menschen als Delikatesse. Wenn sie noch am Leben sind, sehen sie grau aus. Erst beim Kochen werden sie rot. | Foto: © Maksim/Adobe Stock

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Plastiktüten aus Hummer?

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Einen Hummer zu essen ist ein ziemlicher Luxus. Die Schalentiere sind ganz schön teuer und richtig satt wird man auch nicht, denn ein Hummer hat nur wenig Fleisch. Er besteht zum größten Teil aus einem Panzer. Genau das macht ihn nun auch für Forscher interessant. Eine Firma aus Großbritannien hat festgestellt, dass man den Panzer in ein plastikähnliches Material umwandeln kann. Damit würden die Reste einer Hummermahlzeit nicht mehr in den Müll wandern, sondern könnten zu Plastikverpackungen weiterverarbeitet werden. Und das geht so: Die Haut von Hummern, Krebsen und Garnelen besteht aus Chitin. Dieser feste Stoff wird zerkleinert, gewaschen und mit Essig vermischt.

Bio-Kunststoff

Das Ergebnis ist ein flüssiger Biokunststoff. Aus der Masse werden mit Hilfe von Maschinen Dinge hergestellt. Das erste Produkt der Londoner Firma waren Blumentöpfe, die bereits erfolgreich getestet wurden. Jetzt prüfen die Forscher, ob die Masse nach der Herstellung auch reißfest ist und zum Beispiel Plastiktüten aus ihr gemacht werden können. Auch als Verpackungsmaterial für Lebensmittel wäre sie interessant. Chitin hemmt nämlich die Entstehung von Krankheitserregern wie Bakterien und Pilzen. Deshalb wird es bereits in der Medizin zum Beispiel als Verbandsmaterial von Wunden verwendet. Probleme mit dem Nachschub haben die Forscher übrigens nicht. Allein bei einer Restaurantkette in London fallen im Jahr 375 Tonnen Hummerreste an. Aus diesen könnten rund sieben Millionen Plastiktüten entstehen, natürlich biologisch abbaubare.