Unterwegs zur ISS
TSCHÜSS ERDE: Alexander Gerst ist unterwegs zur ISS. Für die nächsten sechs Monate wird er Kommandant der Raumstation. | Foto: dpa

„Astro-Alex“ ist gestartet

Unterwegs zur ISS

Anzeige

Drei – Zwei – Eins – Start: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat lange auf den Countdown gewartet. Seit Wochen und Monaten bereitet sich der 42-jährige Mann aus Künzelsau in Baden-Württemberg schon auf seine Mission vor. Am Mittwoch war es dann endlich soweit: Gegen 13 Uhr schoss die russische Sojus-Rakete mit Gerst und zwei weiteren Astronauten, darunter auch eine Amerikanerin, in den Himmel über Russland. Sie haben eine ziemlich lange Anreise vor sich. Wenn alles gut geht, wird die Crew am Freitag die Internationale Raumstation ISS erreichen. Bis dahin werden sie die Erde 34-mal umrunden. Viel Bewegung bekommen die Piloten auf dem fast dreitägigen Anflug übrigens nicht. Man kann als Raketen-Pasagier ja nicht einfach mal Pause machen. Man kann nicht mal aufstehen, um aufs Klo zu gehen! Deshalb tragen die Astronauten auch dicke Windeln.

Drei Tage nicht aufs Klo

Aber das ist nicht das größte Problem. Wenn die Astronauten endlich am Ziel sind, müssen sie ihre Rakete andocken und umsteigen. Dieses „Einparken“ ist ziemlich kniffelig. Denn erstens ist die Rakete ziemlich schnell und sie muss an einem Raumschiff festmachen, das sich die ganze Zeit um sich selbst dreht. Eigentlich übernimmt ein Autopilot das Manöver, aber wenn es Probleme gibt, muss Gerst selbst ans Steuer – in diesem Fall ist das ein Joystick. Dafür hat er viel geübt und hat sogar das mehrere hundert Seiten dicke Handbuch der Sojus-Rakete auswendig lernen müssen. Auf Russisch! Gerst ist ziemlich optimistisch, dass alles klappt. Außerdem ist er nicht zum ersten Mal da. Er war 2014 schon einmal auf der ISS. Im Unterschied zu damals ist „Astro-Alex“ diesmal allerdings Chef.