Vor 100 Jahren: Frauen dürfen endlich wählen
FRAUEN AUF DER GANZEN WELT kämpfen immer noch für die Gleichberechtigung. | Foto: ©sayuri_k / Adobe Stock

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Vor 100 Jahren: Frauen dürfen endlich wählen

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Am 12. November ist es genau 100 Jahre her, dass Frauen in Deutschland wählen dürfen. Wir Menschen von heute können uns kaum vorstellen, dass es mal eine Zeit gab, in der Frauen nichts zu sagen hatten. Nur die Männer durften über alles bestimmen. Frauen konnten zwar als Arbeiterinnen in den Fabriken angestellt sein, aber wirklich gut bezahlte Jobs, in denen man etwas entscheiden darf, konnten sie nicht bekommen. 100 Jahre – das klingt für euch bestimmt nach Steinzeit, aber so lange ist das gar nicht her. Fragt mal eure Oma nach ihrer eigenen Oma. Wenn die vor 1918 geboren ist, dann hat sie erlebt, wie in Deutschland immer mehr Frauen auf die Straßen gingen, um Gleichberechtigung zu fordern. Vorbild für die Frauen hier im Land waren die sogenannten Suffragetten aus England. 1908 zogen sie durch die Straßen und forderten ihre Rechte ein. Wie Demonstranten heute auch, sorgten sie mit spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit. Zum Teil gingen sie dabei sehr radikal vor. Sie warfen Fensterscheiben ein, ketteten sich an Geländern fest und traten in Hungerstreiks. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Suffragetten und Polizei. Suffragette – das Wort kommt vom Lateinischen „suffragium“ und bedeutet Stimmrecht.

Per Gesetz erlaubt

Was die Suffragetten in England lostraten, breitete sich in ganz Europa aus. Plötzlich gingen überall Frauen auf die Straßen, um gegen die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen zu demonstrieren. In Deutschland wurde der Traum der Frauenrechtlerinnen am 12. November 1918 wahr. Das Wahlrecht für Männer und Frauen wurde zu einem Gesetz. Bei den ersten Wahlen 1919 gingen über 80 Prozent aller wahlberechtigten Frauen ab 20 Jahren wählen.