Wenn das Meer tiefrot wird
JAGD AUF WALE: Schon Kinder beteiligen sich auf den Inseln der Färöer an der Jagd auf Grindwale. | Foto: © Nina Hoff / Adobe Stock

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Wenn das Meer tiefrot wird

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Innerhalb des Königreichs Dänemark gibt es eine Inselgruppe, die völlig unabhängig ist. Die Färöer-Inseln haben eine eigene Sprache und eine eigene Verwaltung. Die Außen- und Verteidigungspolitik wird aber von Dänemark geregelt. Die Bewohner der Färöer-Inseln legen sehr viel Wert auf ihre alten Traditionen, die teilweise auf die Zeit der Wikinger zurückgehen. Eine dieser alten Handlungen ist das Jagen und Töten von Grindwalen im August. Mit dem Fleisch soll die Bevölkerung im Winter ernährt werden, doch viele Gegner kritisieren das schreckliche, 500 Jahre alte Geschehen trotzdem. Bei der Jagd werden die Tiere in seichte Buchten getrieben. Sie bleiben am Strand hängen und werden an Land gezerrt.

„Lasst die Wale frei“

Dort wird ihnen das Rückenmark zertrennt und sie verbluten. Das Meer färbt sich innerhalb kürzester Zeit tiefrot. Einige Wale leiden nur Sekunden, andere viele Minuten. In jedem Fall bedeutet das Grind, wie die Jagd genannt wird, einen qualvollen Tod. Außerdem reißt sie ganze Tierfamilien auseinander. Dabei haben Wale ein sehr inniges Verhältnis innerhalb ihrer Familie. Die Mitglieder der Organisation Sea Shepherd zeigen jedes Jahr die grausamen Bilder, damit die Menschen etwas dagegen tun. Doch die Einheimischen der Inseln verstehen die Aufregung nicht. Von klein auf lernen sie, dass der Walfang etwas Natürliches ist. Auch Kinder sind deshalb dabei, wenn die Jagd beginnt. Wenn genug Wale getötet wurden, sagt der Grind-Vorsteher vier rettende Worte für die restlichen Tiere: „Lasst die Wale frei“. Dann ist die Jagd vorbei.