Wenn Schwestern sich streiten
ZERSTRITTEN: Angela Merkel und Horst Seehofer finden seit Wochen keine gemeinsame Lösung. | Foto: dpa

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Wenn Schwestern sich streiten

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Seit Wochen gibt es in der Bundesregierung einen heftigen Streit. Und da streitet sich nicht irgendwer, es sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer. Die beiden sind jeweils Chefs der Parteien CDU und CSU und sollten in dieser Zusammensetzung eigentlich an einem Strang ziehen. CDU und CSU sind nämlich Schwesterparteien. So bezeichnet man zwei unabhängige Parteien, die gleichberechtigt sind und gleiche oder ähnliche politische Ziele haben. Die CSU gibt es nur in Bayern, sie wurde 1945 gegründet und war von Anfang an eigenständig. Als sich 1950 die übrigen Landesverbände der CDU in Deutschland zu einer Bundespartei zusammenschlossen, lehnte die CSU den Beitritt ab.

Keine Einheit mehr

In Deutschland arbeiten beide Parteien im Bundestag als CDU/CSU Fraktion zusammen. Man nennt sie auch „Die Union“. Das lateinische Wort bedeutet Einheit, doch das sind die beiden Parteien im Moment ganz und gar nicht. Angela Merkel und Horst Seehofer streiten sich darüber, wie man mit Flüchtlingen umgehen soll, die nach Deutschland kommen wollen. Bislang war es so, dass diese in dem Land bleiben mussten, in dem sie als erstes eingereist sind. Das führte dazu, dass in einigen Ländern mehr Flüchtlinge waren als in anderen. Die Regierungen dort haben sich darüber beschwert. Angela Merkel findet nun, dass dies ein Problem der ganzen Europäischen Union sei und man müsse es gemeinsam lösen. Horst Seehofer sieht das nicht so. Er möchte die Flüchtlinge an der deutschen Grenze aufhalten und in andere Länder zurückschicken.