Widerstand in Baumwipfeln
POLIZISTEN GEGEN BAUMHÄUSER: Im Hambacher Forst werden Naturschützer aus ihren selbst gebauten Hütten vertrieben | Foto: dpa

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Widerstand in Baumwipfeln

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Baumhäuser sind der Traum vieler Kinder. Man kann sich kaum vorstellen, dass solche Bauten für einen riesigen Polizeieinsatz sorgen könnten. Doch genau das passiert gerade in Nordrhein-Westfalen (NRW). Dort haben Umweltschützer in einem Wald rund 60 Baumhäuser errichtet, in denen manche von ihnen  schon seit sechs Jahren wohnen. Der Grund: Sie wollen verhindern, dass der Wald abgeholzt wird. Der Hambacher Forst liegt nämlich über einem Braunkohlegebiet, in dem die Firma RWE Braunkohle abbaut. Der Tagebau Hambach ist riesig und wird ständig größer. Sogar ganze Ortschaften wurden schon umgesiedelt. Das heißt, Menschen mussten ihre Häuser verlassen und bekamen an einem anderen Ort ein neues Zuhause zugewiesen. Die alten Häuser wurden abgerissen.

Riesige Löcher

Um Braunkohle abzubauen, werden riesige Löcher gegraben. Erst  baggern die Maschinen einige Meter Erde und Kies weg, bis die Kohleschicht erreicht ist. Dann fräsen Schaufelradbagger die Kohle aus dem Boden auf lange Förderbänder. Ist die Kohleschicht nach einigen Jahren abgetragen, bleiben riesige Löcher zurück, manche über 200 Meter tief. Die Braunkohle wird  zum größten Teil in Kraftwerken verbrannt, die Strom produzieren. Dass die Baumhäuser im Hambacher Forst jetzt abgerissen werden müssen, hat angeblich mit der Brandgefahr zu tun. Vor vier Jahren hat das niemanden interessiert. Damals erklärten die Behörden, dass Baumhäuser keine festen Bauten und somit o.k. seien. Jetzt hat man sich umentschieden und sagt, sie müssen weg. Die Bewohner würden das Gebiet zudem ohne Recht besetzen. Naturschützer schimpfen, dass Politiker in NRW die Firma RWE so unterstützen.