Bei der Cornelia-Funke-Ausstellung gibt es viel zu sehen. | Foto: Tanja Mori Monteiro

Von Drachen und Nixen

Cornelia Funke in der Jungen Kunsthalle Karlsruhe

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Von unserer Mitarbeiterin
Melanie Schnaufer
Cornelia Funke studierte Buchillustration und zeichnete für Kinderbücher, bis sie irgendwann das eigene Schreibtalent entdeckte. Mittlerweile hat sie über 50 Geschichten verfasst, die in 50 Sprachen übersetzt wurden und zählt mit weltweit über 26 Millionen verkauften Büchern zu den international erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Märchen, Sagen und fremde Länder inspirieren Cornelia Funke zu ihren eigenen Geschichten. Bevor sie zu schreiben beginnt, hat sie meist schon eine genaue Vorstellung davon, wie ein neuer Charakter aussehen soll.
Die neunjährige Emelie und die Geschwister Finja (9) und Ida (7) basteln bereits mit Schuhkarton und buntem Papier ihre eigene Unterwasserwelt in der Malwerkstatt im Obergeschoss. „Ich mag Geschichten mit Zauberwesen wie Drachen und Feen“, verrät Emelie. Von Cornelia Funke hat sie schon „Potilla“, „Lilli und Flosse“ und „das Piratenschwein“ gelesen. Finja gefällt an der Ausstellung besonders gut, „dass man viele Sachen anfassen kann“, ihre Schwester Ida „fand die Unterwasserwelt am schönsten.“

Bei der Cornelia-Funke-Ausstellung gibt es viel zu sehen. | Foto: Tanja Mori Monteiro

Cornelia Funkes Lebenseinstellung „Man sollte sich was trauen und versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen!“, spiegelt sich auch in vielen ihrer Geschichten wider. In „Drachenreiter“ geht es um die Rettung der vom Aussterben bedrohten Silberdrachen. Mimameidr, die Schutzstation für Fabelwesen, lädt im Ausstellungsraum zu eigenen Forschungen ein – an den Wänden die bekannten Romanfiguren. Niedliche Zeichnungen zeigen das Waldkoboldmädchen Schwefelfell, den Waisenjungen Ben und das künstlich erschaffene Menschlein Homunkulus Fliegenbein. Silbern schimmernd hebt sich der freundliche Silberdrache Lung vom blauen Nachthimmel ab.

Gebastelt werden kann im Anschluss an die Führung im Obergeschoss der jungen Kunsthalle. | Foto: Tanja Mori Monteiro

In der Märchenwelt von „Reckless“ finden sich viele verzauberte Gegenstände. Wer sich mit dem Hexenkamm bürstet, verwandelt sich in einen Vogel. Rapunzelhaar wird bei Bedarf zu einem festen Seil, während unter die Nase geriebener Schwindschleim für Stunden unsichtbar macht. Solchen magischen Schätzen ist Jacob Reckless auf der Spur, der mit Hilfe eines verzauberten Spiegels eine fremde, märchenhafte Welt betreten hat. Mit undurchdringlicher Miene blickt der junge Mann den Besuchern als SchwarzWeiß-Zeichnung entgegen.

 


Während der Schatzjäger bereits seinen Platz in der „Reckless“-Trilogie eingenommen hat, wartet
„La Cubana“ noch auf ihren Einsatz zwischen zwei Buchdeckeln. Das großformatige farbige Bild zeigt eine junge Frau mit wilder roter Mähne, deren Geschichte erst noch erzählt werden muss. Vermutlich wird auch „La Cubana“ ein spannendes Abenteuer in einer von Cornelia Funkes magischen Zauberwelten erleben.

Cornelia Funkes „Reckless“