Nichts für Einzelkämpfer ist der Rudersport. | Foto: dpa

Bismarck-Gymnasium Karlsruhe

„Attention, Go!“

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Es ist wieder Regattasaison: Ihre ganze Mannschaft kommt am einem Samstagmorgen um halb acht auf dem Regattaplatz in Mannheim an. Mit ihrer Zweierpartnerin legt sie eine halbe Stunde vor dem Rennen am Steg ab. Dann ist es so weit, der Wettkampfrichter zählt die Städte und Vereine der gemeldeten Boote auf und gibt das Startsignal: „Attention, Go!“ Die Boote schießen aus den Startnarren ins Rennen. Hanna, 15 Jahre, betreibt seit vier Jahren Leistungssport im Rudern beim Karlsruher Ruderverein Wiking. Fünf- bis siebenmal die Woche steigt sie zum Training ins Boot. Helena Brenke sprach mit ihr über ihren Sport.

Wie bist du eigentlich zum Rudern gekommen?

Hanna: Über meine Familie. Mein Großvater ist schon gerudert, meine Eltern und meine Brüder auch.

Warum hast du dich für den Leistungssport entschieden?

Hanna: Es war eher ein fließender Übergang. Umso mehr Regatten ich gefahren bin, umso öfter habe ich trainiert. Aber den Spaß habe ich nie verloren.

Wie schaffst du es, das intensive Training im normalen Alltag mit Schule und Freunden unterzubringen?

Hanna: Klar, man muss manche Dinge auch weglassen, aber es ist einfach ein super Ausgleich zur Schule. Außerdem lernt man auch, mit Stress und Druck umzugehen oder sich bei vielen Terminen gut zu organisieren, was es dann wiederum im Alltag leichter macht.

Ist Rudern eigentlich ein Mannschaftssport oder eher ein Einzelsport?

Hanna: Beides. Aber vor allem ein Mannschaftssport, denn selbst wenn man einzeln startet, ist der Mannschaftsverbund mit den anderen aus einem Rennsportteam eines Vereines deutlich stärker. Es gibt Vierer und Achter als Mannschaftsboote, aber auch den Einer, in dem man alleine kämpfen muss.

Oft wird Kanufahren mit Rudern verwechselt. Wo liegt der Unterschied?

Hanna: Kanus sind kürzer und daher kippliger, man hat ein Paddel unabhängig vom Boot, was abwechselnd links und rechts durch Wasser geführt wird. Beim Rudern hat man ein längeres Boot mit Auslegern, in die die Ruder, die sogenannten Skulls, in ein Gelenk, die sogenannte Dolle, eingelegt und zugeschraubt werden. Außerdem gibt es einen Rollsitz, und die Schuhe sind bei Rennruderbooten fest im Boot verschraubt. Der Schlag fordert viel Koordination, und man benötigt den ganzen Körper, daher ist eine gute Körperspannung wichtig.

Was war dein größter Erfolg oder dein schönstes Erlebnis?

Hanna: Als wir auf dem Bundeswettbewerb, den Deutschen U15-Meisterschaften, im Zweier unter den besten sechs ins A-Finale kamen, und wir dort Vierter wurden. Aber eigentlich ist jeder Sieg und jedes erreichte Ziel ein toller Erfolg und spornt immer an.

Helena Brenke | Klasse 9a
Bismarck-Gymnasium Karlsruhe