Nur wenige können das Rätsel des Zauberwürfels lösen. | Foto: dpa

Bismarck-Gymnasium Karlsruhe

Der Zauberwürfel: Von wegen veraltet!

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Vermutlich kennen ihn alle: den Zauberwürfel. Der große Würfel, der aus 21 kleineren Würfeln besteht und in 43,2 Trillionen verschiedenen Kombinationen verdreht werden kann. Was für die meisten ein unmögliches Hindernis darstellt, ist für andere, wie mich, ein wunderbares Hobby, welches jede Menge Spaß mit sich bringt.

Verkaufsschlager unter den Spielzeugen

Was Erno Rubik 1974 erfand, um seinen Studenten bei dreidimensionalen Problemen zu helfen, gehört gegenwärtig mit über 350 Millionen Verkäufen zu den meistverkauften Spielzeugen aller Zeiten und kommt heutzutage immer mehr in den Trend.

Nur eine Maschine ist schneller als Yusheng Du

Vor etwa zwei Jahren habe ich selbst mit dem Lösen des Zauberwürfels angefangen. Beim ersten Versuch habe ich ganze 6 Minuten gebraucht. Inzwischen liegt mein Rekord zwar bei 16,21 Sekunden, das ist aber noch lange nicht die beste Zeit, die jemals geschafft wurde. Denn der aktuelle menschliche Rekord liegt mit 3,47 Sekunden bei Yusheng Du und der einer Maschine sogar bei 0,38 Sekunden.

Geschätzte 5,8 Prozent der Weltbevölkerung können den Würfel lösen

Was den Reiz des sogenannten „Speedcubings“ für mich und viele andere ausmacht, ist einfach erklärt: Jeder möchte schneller als der andere sein, und daher gibt es mittlerweile auch zahlreiche Wettbewerbe, bei denen sich die Besten der Besten messen können. Außerdem ist es natürlich ein tolles Gefühl, zu den geschätzten 5,8 Prozent der Weltbevölkerung zu gehören, die solch einen Würfel überhaupt lösen können. Zudem ist es natürlich ein großer emotionaler Glücksmoment, wenn man seinen eigenen Rekord oder den eines anderen bricht. Darüber hinaus kann man immer neue Lösungstechniken ausprobieren, versuchen, Muster aus den 6 verschiedenen Farben zu bilden, oder neue Algorithmen auswendig lernen, um noch schneller zu werden.

Algorithmen weisen den Weg

Algorithmen sind im Prinzip Aneinanderreihungen von Buchstaben und Strichen, die dem Lösenden erklären, welche Seite er in welche Richtung drehen soll, um den Würfel zu lösen. In der beliebtesten Lösungsmethode, der „Friedrich Methode“, gibt es über 120 verschiedene solcher Algorithmen, die zum Beispiel so aussehen: R U‘ y R2 D R‘ U2 R D‘ R2 d R‘. („R“ steht hierbei für „Die Rechte Seite nach oben drehen“ und „R’“ für „Die Rechte Seite nach unten drehen“)

Zudem macht es auch sehr viel Spaß, an den zahlreichen weitere Formen, vom Zwei mal Zwei bis hin zum 33 mal 33 Würfel sowie runden Formen, Pyramiden, eiförmigen Würfeln und so weiter zu knobeln und diese schlussendlich zu bezwingen.

Der Zauberwürfel: keine Zauberei

Allerdings ist das „Speedcubing“ meist auch ein teurer Spaß, da man bis zu 70 Euro pro Würfel bezahlen muss, wenn man den besten und schnellsten Würfel haben möchte, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass jeder den Zauberwürfel auch ohne allzu viel Zauberei lösen kann, wenn er sich nur intensiv mit diesem beschäftigt und auch mal Lust hat, viel Zeit zu investieren, um alle Algorithmen auswendig zu lernen und zu üben.

Elias Vollmer | Klasse 9a
Bismarck-Gymnasium Karlsruhe