Auf dem Altrhein gibt es viele noch unentdeckte Orte. | Foto: pr

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Kanufahren auf dem Altrhein

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Hunderte Vögel zwitschern, das Wasser rauscht am Boot vorbei, die Wellen schlagen leise gegen den Rumpf, und ein prächtiger Schwan startet direkt daneben. So ein Erlebnis kann man als Kanufahrer auf dem Altrhein haben. Jedoch wissen nur wenige, die in der Nähe von solch einem Gewässer leben, etwas mit diesem anzufangen, außer vielleicht mal bei einem Spaziergang rundherum zu laufen. Dabei sieht man aber nicht viel von der Vielfalt der Natur, was sich mit einem Kanu ändert.

Bei Kanus unterscheidet man zwischen zwei Typen

Ein wichtiger Punkt hierbei ist, zu wissen, was Kanus überhaupt sind. Bei Kanus unterscheidet man hauptsächlich zwischen zwei Arten: den Kanadiern und den Kajaks. Beide sind meist aus Plastik gefertigte, kleine Boote. Ein Kanadier ist an der Oberseite offen und wird mit einem einfachen sogenannten Stechpaddel vorwärts getrieben. Zudem bietet es mehr Platz für Gepäck. Kajaks sind oben geschlossen und haben eine kleine „Sitzluke“. Zudem haben sie ein doppeltes Paddel. So muss man das Paddel nicht immer auf die andere Seite heben. Somit ist man schneller. Für Einsteiger empfehlen sich Kanadier, weil sie nur langsamer und schwerer umkippen können.

Der Altrhein ist ein Überbleibsel des unbegradigten Rheins

Was ist allerdings der Altrhein? Der Altrhein ist ein Überbleibsel des Rheines vor seiner Begradigung, die ab 1817 von Johann Gottfried Tulla ungesetzt wurde. Heutzutage sind es strömungsarme Gewässer, da sie meistens nur indirekt durch kleine Kanäle mit dem Rhein verbunden sind.

Die wahre Artenvielfalt bemerkt man nur vom Wasser aus

Wenn man am Ufer eines Altrheinarms steht und denkt, dadurch alles gesehen zu haben, sollte man noch einmal mit einem Kanu kommen und sich die Natur vom Wasser aus ansehen, denn die wahre Artenvielfalt bemerkt man nur vom Wasser aus. Am Rußheimer Altrhein und am Altrhein „Kleiner Bodensee“ kann man die Wassernuss, eine Pflanze, die vor dem Aussterben bedroht ist, finden. Am Ufer ist sie selten zu finden, mit dem Kanu kann man jedoch an den „Teppichen“ aus Pflanzen vorbeifahren und die braunen Früchte mit ihren Spitzen finden. Neben der Wassernuss findet man im Altrhein auch unzählige weitere Wasserpflanzen.

Reiche Vogelwelt

Man findet dort auch Tiere, die man sonst nicht oder nur sehr selten sieht. Allein in der Vogelwelt findet man etliche Reiherarten wie den Graureiher, den Silberreiher oder den Purpurreiher. Auch Enten, Gänse, Schwäne und die seltenen Eisvögel kommen zum Vorschein. Interessant ist es, den großen Schwänen beim Starten und Landen zuzusehen. Neben den Vögeln trifft man ab und zu auf Fische, Wasserläufer, Frösche, Libellen, Nutrias, Otter, Wildschweine und ausgesetzte Schildkröten.

Mit dem Kanu kommt man an sonst unbekannte Orte

Außerdem kommt man mit dem Kanu in Naturschutzgebiete, in die man sonst nicht kommt und die oben aufgezählten Dinge sieht. Man hat dadurch seine Ruhe und kann ideal entspannen. Zudem macht man beim Kanufahren Sport und trainiert seine Arme.

Kaufen oder mieten?

Jetzt bleibt noch die Frage, woher man ein solches Kanu bekommen soll. Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Wenn man oft Kanu fahren will, lohnt es sich, ein Kanu ab etwa 300 Euro zu kaufen. Wenn man nur selten fahren will, kann man einem Wassersportverein beitreten oder ein Kanu mieten.

Als Kanufahrer kann man es nur empfehlen, sich dieses entspannende Erlebnis mal vorzunehmen, um eine weitere Sportart zu entdecken, die perfekt in der Umgebung des Rheines zu erleben ist.

Tobias Oschmann | Klasse 9d
Copernicus-Gymnasium Philippsburg