Kirche kann ein Hobby sein. | Foto: dpa

Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe

Kirche ist ihr Hobby

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Immer wieder werde ich komisch angeschaut, wenn ich von der Kirche als meinem Hobby erzähle. Dabei finde ich es total interessant, und es ist sogar mein Lieblingshobby. Seit neuestem sogar noch mehr, denn es wird für einen Tag in den Ferien in der Emmauskirche Karlsruhe bunt. Statt des typischen Kindergottesdiensts gibt es einen Ferientag mit einem nicht-christlichen Thema, in das dann eine Bibelgeschichte „reingebastelt“ wird. Und es ist ein voller Erfolg. Statt der sieben Mitarbeiterkinder, die immer in den typischen Kindergottesdienst kamen, waren es bei dem letzten Ferientag über 40 Anmeldungen. Natürlich braucht man dazu auch Mitarbeiter – und eine von den Mitarbeiterinnen bin ich.

Jeder kann „Teamer“ werden

Ich heiße Ruth, bin 15 Jahre alt und wurde im letzten Jahr konfirmiert, wobei das keine Voraussetzung ist, um ein sogenannter „Teamer“ zu werden. Eigentlich gibt es kaum Voraussetzungen, selbst die neuen Konfirmanden oder Andersgläubige dürfen mitmachen. Natürlich sollte es einem Spaß machen, die Kinder merken es schnell, wenn man genervt ist.

Geduld, Kreativität und Vielseitigkeit sind gefragt

Kindergottesdienst-Ferientage zu organisieren fordert Kreativität und Vielseitigkeit, da es immer neue Themen gibt, zu denen man sich Spiele und christliche Anspiele ausdenken sollte. Zudem muss man geduldig sein, da man mit Kindern im Grundschulalter arbeitet.

Kirche als Hobby kostet nicht so viel Zeit

Kirche als Hobby braucht nicht so viel Zeit wie zum Beispiel ein Instrument zu lernen oder Fußball zu spielen, da die Ferientage nur in den Ferien stattfinden. Auch wenn es abends immer wieder Vorbereitungstreffen gibt, ist das zeitaufwendigste der Ferientag selbst. Da ist es praktisch, Schülerin zu sein, weil man sowieso frei hat und sich nicht freinehmen muss, wie viele erwachsene Mitarbeiter. Und in noch einem Punkt lohnt es sich, Jugendlicher zu sein: Die Kinder fassen viel schneller Vertrauen, wenn man jünger ist.

Kinder werden zu Tigern

Der letzte Ferientag hatte das Thema Zirkus. Wir Mitarbeiter haben Kostüme genäht, geschminkt und Tricks sowie Choreografien mit den Kindern eingeübt. Ich wurde zur Dompteurin, während einige Kinder zu Tigern wurden und durch ihre Kostüme und die Schminke nicht mehr zu erkennen waren. Eine andere Jugendliche übte Einradfahren mit den Kindern. Wieder andere schafften es, beeindruckende Akrobatikkunststücke einzuüben.

„Teamer“ zu sein macht nicht immer Spaß

Allerdings macht es nicht nur Spaß „Teamer“ zu sein. Man muss bei Streit schlichten, bei Wunden verarzten, bei Hunger eine kleine Mahlzeit zaubern und immer geduldig zuhören, wenn die Kinder etwas erzählen wollen. Und man sollte immer freundlich sein, damit es den Kindern viel Spaß macht, egal in welcher Verfassung man selbst gerade ist. Trotz allem kann ich es mir gut vorstellen, auch in Zukunft mit Kindern zu arbeiten und es vielleicht sogar zu meinem Beruf zu machen.